Bahnindustrie

Kartellstrafen gegen Zughersteller - auch gegen Siemens und Alstom

Spaniens Behörden haben 15 Hersteller von Zügen wegen Preisabsprachen verurteilt, darunter sind auch die großen Konzerne Siemens und Alstom. Dem Urteil zufolge hat es viele Jahre lang Absprachen bei öffentlichen Aufträgen im Wert von mehr als einer Milliarde Euro gegeben.

15 Hersteller von Zügen und Eisenbahn-Technik haben sich nach Erkenntnissen der spanischen Wettbewerbsaufsicht 14 Jahre lang bei Ausschreibungen rechtswidrig abgesprochen. Die CNMC verhängte deshalb Geldbußen von 118 Millionen Euro gegen die Hersteller, darunter Siemens und Alstom, wie die Behörde mitteilt.

Alstom als Kronzeuge - Siemens und Alstom dürfen weiter an Ausschreibungen teilnehmen

Die französische Alstom, die als Kronzeuge aufgetreten war, muss die Strafe aber nicht zahlen. Siemens muss statt 16,8 Mio. Euro nur 9,24 Mio. Euro zahlen. Die beiden sollen auch nicht vom Ausschluss von künftigen öffentlichen Ausschreibungen betroffen sein, den die Behörde gegen die anderen Kartell-Teilnehmer einleiten will.

Behörde: Es gab drei Kartelle

Die CNMC identifizierte drei Kartelle: eines für Aufträge zur Elektrifizierung des spanischen Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetzes AVE, eines für die Elektrifizierung gewöhnlicher Strecken und eines für die Signaltechnik auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken. Insgesamt hätten die Unternehmen sich bei öffentlichen Aufträgen im Wert von mehr als einer Milliarde Euro abgesprochen.

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Höchste Einzelstrafen gegen spanische Firmen

Die höchsten Einzelstrafen verhängte die CNMC gegen die spanischen Firmen Cobra (27,2 Mio. Euro) und Elecnor (20,4 Mio. Euro). 14 für die Absprachen verantwortliche Manager müssen ebenfalls Strafen über insgesamt 666.000 Euro zahlen.

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