Atomkraft

IAEO-Chef Grossi: Klimaschutz braucht Atomkraftwerke

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) sieht im Ausbau der Atomkraft einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. "Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass atomare Energie nahezu ohne CO2-Ausstoß auskommt", so Grossi.

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) Rafael Grossi sieht im weiteren Ausbau der Kernenergie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. "Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass atomare Energie saubere Energie ist, nahezu ohne CO2-Ausstoß", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Bei der weltweiten Stromerzeugung ersparen uns die heutigen Kernkraftwerke zwei Gigatonnen Treibhausgas-Emissionen jährlich", so Grossi.

Über die von Atomkraftwerken ausgehenden Risiken habe er "mit ungezählten deutschen Gesprächspartnern diskutiert". Der deutsche Beschluss zum Ausstieg sei "einzigartig in der Welt". Grossi teilt auch nicht die Besorgnis, dass es keine sichere Endlagerung des Atommülls gebe: "Ich sehe darin vor allem eine Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz."

Das iranische Atomprogramm sei weiter ein Grund zur Besorgnis, erklärte der argentinische Diplomat. Das iranische Atomprogramm sei "hoch entwickelt, mit einem Kernkraftwerk, das ausgebaut werden soll, Forschungslabors, Anreicherungsanlagen." Daher seien die Kontrollen der in Wien ansässigen IAEA auch so umfangreich und Kontrolleure das ganze Jahr über im Iran tätig, so Grossi.

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Das Iran-Atomabkommen sei trotz des Ausstiegs der USA "sehr lebendig" für die Länder, "die daran festhielten". Die drei westlichen Staaten, Deutschland, Frankreich und Großbritannien, würden Verstöße des Iran dagegen beklagen, der Iran beklage sich wiederum über Verstöße der anderen Seite, so Grossi. Die Aufgabe der IAEA sei es zu kontrollieren, "Schlussfolgerungen aus unseren Erkenntnissen müssen andere ziehen", erklärte der IAEA-Chef.

Auch Nordkorea habe "kein Recht" auf Atomwaffen", auch wenn es schon über welche verfüge. IAEA-Inspektoren hätten 2009 das stalinistische Land verlassen müssen, seither wiesen die Kenntnisse über das nordkoreanische Atomprogramm Lücken auf, so Grossi. Dennoch wisse man, dass im vergangenen Jahrzehnt neue Produktionsstätten errichtet worden seien.

Seit den Gesprächen von US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un habe es aber zumindest keine neuen Atomtests gegeben, so Grossi. Er hoffe jedenfalls, dass die Gespräche, die laut US-Außenmister Mike Pompeo fortgesetzt werden sollen, "Früchte tragen" werden. "Wir sind gründlich darauf vorbereitet, jederzeit unsere Inspektoren loszuschicken." (apa/red)