Kleinaktionärsvertreter kritisiert Eigentümer Johan Eliasch

Head Delisting: "Es war von Anfang klar, dass Eliasch für den Streubesitz wenig übrig hat".

Die Wiener Börse streicht Head vom Kurszettel - die Aktie des Sportartikelherstellers verschwindet per 31. März nach gut 15 Jahren Präsenz vom Handelsparkett. "Die Aktionäre hatten in der Vergangenheit immer wieder die Möglichkeit auszusteigen - zu nicht sehr attraktiven Preisen", sagte Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger zur APA. "Das Ganze ist eine für Wien unerfreuliche Börsenstory."

Head Johan Eliasch Wilhelm Rasinger

"Es war von Anfang klar, dass Herr Eliasch (Kernaktionär und CEO, Anm.) für den Streubesitz wenig übrig gehabt hat", kritisierte der Präsident des Interessenverbands für Anleger (IVA) den Unternehmenschef heute, Dienstag, im Gespräch mit der APA. Es verlasse einer die Börse, der den Streubesitz "nur als nützliche Idioten behandelt hat". Johan Eliasch sei ein Egomane - er sei "nicht jemand, der Substanz und Gewinn fair mit den Aktionären teilen wollte, sondern einer, der primär egozentrische Überlegungen im Vordergrund gehabt hat".

Die Wiener Zulassung zum Amtlichen Handel der Head N.V. mit Sitz in Rotterdam ist Anfang dieser Woche per Ende März widerrufen worden, da das Grundkapital des Unternehmens unter den erforderlichen Schwellenwert für eine Notierung gesunken ist. Eine Kapitalaufstockung war zuletzt misslungen. Ende 2014 hatten die Head-Aktionäre die Erhöhung des Nominalwerts der Stammaktien von 1 auf 5 Cent bei ihrer Hauptversammlung in Amsterdam abgelehnt. Mit der Maßnahme hätte eine Bedingung zur Börsennotiz in Wien erfüllt werden sollen. Das Delisting drohte schon länger.

Der Börsengang der Sportartikel-Aktie war im Herbst 2000 erfolgt. Der Aktienkurs rasselte gleich beim Debüt um rund 20 Prozent nach unten und bewegte sich dann laufend weiter abwärts. Der Emissionskurs lag bei 11,295 Euro (155,4 Schilling) - der Erlös aus dem Schritt auf das Börsenparkett betrug 270,6 Mio. Euro. Mit dem Geld wollte Head die Verschuldung in Höhe von 230 Mio. Dollar (202 Mio. Euro) auf 70 Millionen reduzieren, das Eigenkapital von 55 auf 215 Mio. Dollar erhöhen. (apa)