Energie

Gazprom will zehn Prozent am LNG-Weltmarkt erreichen

Gazprom will seinen Weltmarktanteil bei Flüssigerdgas auf ein Zehntel ausbauen und damit neue Exportmöglichkeiten nach Übersee eröffnen. Konzernchef Miller zufolge bleiben aber beim Gasexport nach Europa die Pipelines klar im Vorteil.

Der russische Staatskonzern Gazprom will seinen Weltmarktanteil bei flüssigem Erdgas auf etwa zehn Prozent ausbauen. Dies eröffne neue Exportmöglichkeiten in Übersee, sagte Vorstandschef Alexej Miller bei der Hauptversammlung in Moskau.

Für den Gasexport nach Europa blieben aber Pipelines klar im Vorteil, sagte er der Agentur Interfax zufolge. "Die Ergebnisse von 2015 zeigen klar, dass in Europa die Nachfrage nach Pipelinegas größer ist als die nach Flüssiggas."

Gazprom betreibt mit Shell gemeinsam ein Gasverflüssigungswerk auf der Insel Sachalin im Fernen Osten, das im vergangenen Jahr 10,8 Millionen Tonnen lieferte. Der Betrieb solle erweitert werden, kündigte Miller an. Ebenfalls mit Shell soll ein zweites Werk mit einer Jahreskapazität von zehn Millionen Tonnen im Ostseehafen Ust-Luga bei St. Petersburg gebaut werden.

White Paper zum Thema

Beim Export nach Europa setzt Gazprom laut Miller auf die geplante Ostseepipeline "Nord Stream 2", bei der auch die österreichische OMV mitmacht. Ferner sind an deren Bau auf europäischer Seite auch die Firmen BASF, Engie, OMV, Shell und Uniper beteiligt. Das Projekt ist politisch umstritten, weil es die Ukraine, Polen und die Slowakei als Gas-Transitländer überflüssig machen kann. (dpa/apa/red)