Erdgas

Gasbohrungen vor Zypern: Türkei ignoriert Warnungen der EU

Die Türkei ignoriert Warnungen Griechenlands und der EU und setzt ihre Bohrungen vor der Küste des EU-Mitglieds Zypern fort. In Kürze soll schon das dritte türkische Bohrschiff in der Region vor Anker gehen.

Die Türkei will ihre Gasbohrungen vor der Küste Zyperns trotz der Warnungen Griechenlands und der Europäischen Union fortsetzen. Die türkische Regierung weise die Kritik aus Brüssel und Athen zurück, erklärte das Außenministerium in Ankara. Es verwies darauf, dass ein erstes Schiff bereits im Mai mit Bohrungen begonnen habe. Ein zweites Bohrschiff werde in Kürze vor der zypriotischen Halbinsel Karpas die Arbeit aufnehmen.

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Der türkische Energieminister Fatih Sönmez hatte am Samstag gesagt, die "Yavuz" werde "in einer Woche" mit den Bohrungen beginnen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte daraufhin, die EU werde "in angemessener Weise in völliger Solidarität mit Zypern" reagieren. Das türkische Außenministerium betonte nun, die EU könne im Streit um die Ausbeutung der Gasvorkommen keine "Rolle als unparteiischer Vermittler" einnehmen.

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Türkei hält den Nordteil Zyperns seit 1974 militärisch besetzt

Die Türkei fordert die Beteiligung der "Türkischen Republik Nordzypern" an der Ausbeutung der großen Gasfelder, die in den vergangenen Jahren vor der Küste Zyperns entdeckt wurden. Die "Türkischen Republik Nordzypern" wird international als Staat nicht anerkannt, und formal erstreckt sich die Autorität der Republik Zypern über die gesamte Insel. Zypern beansprucht daher das Recht zur ungeteilten Ausbeutung der Gasvorkommen um die Insel.

Zypern ist EU-Mitglied und Mitglied der Eurozone. Seit 1974 hält die Türkei den Nordteil der Insel militärisch besetzt. Allen Versuchen, den Konflikt um die militärische Besetzung beizulegen, hat sich die Türkei in den vergangenen Jahren verweigert. (afp/apa/red)