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Dieselgipfel: Erstes Treffen vor dem geplanten großen Termin im Herbst

Im Verkehrsministerium treffen sich in Kürze Minister Jörg Leichtfried und Autoimporteure. Der eigentliche Abgasgipfel soll dann im Herbst stattfinden. Die Opposition spricht von einer Schmutzkampagne.

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Bewohner von Städten in Österreich stehen Fahrverboten skeptisch gegenüber.

In Kürze treffen sich im Verkehrsministerium der Verkehrsminister Minister Jörg Leichtfried (SPÖ) und die Vertreter der Autoimporteure, um sich zumindest auf das deutsche Modell für Software-Updates und Umstieg-Prämien für ältere Dieselfahrzeuge zu einigen. Der eigentliche Abgasgipfel soll dann im Herbst mit allen Beteiligten stattfinden, ein Termin steht noch nicht fest.

Ein aktueller Test des ÖAMTC zeigt, dass das Softwareupdate von VW je nach Modell sehr unterschiedliche Wirkung entwickelt. Der Klub fordert daher, wie viele andere Interessensvertreter auch, dass auch in die Hardware eingegriffen wird. Für Leichtfried wäre das wünschenswert, eine Muss-Bedingung ist es aber nicht. Und die FPÖ meinte wiederum heute: "Das pauschale 'Dirty Campaining' gegen die Dieseltechnologie muss beendet werden."

Regelmäßige Überschreitungen - langfristig ein Rückgang

Dieselautos verursachen im Vergleich zu Benzinern mehr Feinstaub und stoßen mehr Stickoxide aus. Sowohl bei Feinstaub als auch bei Stickstoffdioxid werden die von EU oder auf nationaler Ebene vorgegebenen Grenzwerte in Österreich lokal immer wieder überschritten. Das geht aus Emissionsdaten des Umweltbundesamts hervor. Langfristig wird jedoch ein Rückgang verzeichnet.

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Im Vorjahr lag die Feinstaubbelastung in Österreich "deutlich unter dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre und ist damit ähnlich wie in den bisher am niedrigsten belasteten Jahren 2014 und 2015", hieß es im Umweltbundesamt auf APA-Anfrage. Wesentlichster Grund dafür war das warme Wetter in den Wintermonaten.

Umfrage: Dieseldebatte verunsichert Autokäufer

Die Debatte über ein Verbot von Verbrennungsmotoren verunsichert die Österreichischen Autofahrer. 27 Prozent sind verunsichert, vor allem weil sie den Autoherstellern nicht mehr trauen, aber auch weil sie sich Sorgen um die Umwelt machen, Fahrverbote fürchten oder einen Wertverlust ihres Fahrzeuges erwarten. Technische Probleme fürchten nur wenige, ergab eine Integral-Umfrage im Auftrag des ÖAMTC.

Ein Viertel der online befragten 800 Autofahrer würde sich derzeit aufgrund der Diskussion kein neues Dieselfahrzeug kaufen. Weitere 37 Prozent lehnen einen Dieselkauf aus anderen Gründen ab. Dabei halten 30 Prozent der Befragten die Diskussion in der aktuellen Intensität für gerechtfertigt - bei den Dieselnutzern ist nur knapp ein Viertel dieser Meinung.

Bewohner von Städten gegen ein Verbot von Dieselmotoren

Am liebsten hätten die Autofahrer laut Umfrage ein Hardware-Update auf Kosten der Hersteller. Am stärksten abgelehnt werden Fahrverbote in Städten. Ganz kalt lässt die Diskussion aber nur 10 Prozent der Diesel-Fahrer beziehungsweise 8 Prozent aller Autofahrer.

(red/apa)