Energie

Diese EU-Staaten setzen auf Atomkraft

Auch nach den Atomkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima setzen einige Staaten in Europa weiterhin auf die Kernkraft.

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FRANKREICH als Europas Land mit den meisten AKW hält an der Atomkraft fest. Die Regierung in Paris argumentiert, die dutzenden AKW im Land seien sicherer als andere Kernkraftwerke in Europa. Allerdings leidet der Energiekonzern Areva, ein führender Entwickler von Nukleartechnik, zuletzt an schwacher Nachfrage.

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FRANKREICH als Europas Land mit den meisten AKW hält an der Atomkraft fest. Die Regierung in Paris argumentiert, die dutzenden AKW im Land seien sicherer als andere Kernkraftwerke in Europa. Allerdings leidet der Energiekonzern Areva, ein führender Entwickler von Nukleartechnik, zuletzt an schwacher Nachfrage.

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RUSSLAND will bis 2030 insgesamt 26 Atomreaktoren bauen. Bisher gibt es 32 Blöcke. Das Land wirbt beim weltweiten Reaktorverkauf mit höchsten Sicherheitsstandards. Zuletzt meldete sich etwa Südafrika und der Iran als Abnehmer für neue AKW an.

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Die UKRAINE will bis 2030 die Reaktorzahl fast verdreifachen. Nach Abschaltung des letzten Tschernobyl-Reaktors 2000 liefern heute 15 Blöcke knapp 50 Prozent des Stroms. Ausstiegspläne gibt es nicht.

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WEISSRUSSLAND plant mit russischer Hilfe einen milliardenschweren AKW-Neubau. Der Neubau in Ostrowez liegt an der Grenze zu den EU-Ländern Polen und Litauen, dort war man zuletzt über die fehlende Kommunikation über das Projekt durch das diktatorisch regierte Land empört.

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GROSSBRITANNIEN hat den Neubau mehrerer AKW-Reaktoren angekündigt, da in den kommenden Jahren jedes fünfte seiner alternden Atomkraftwerke zu ersetzen ist. Aufträge dafür sollen vor allem an französische Energiekonzerne gehen.

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BELGIEN: Atomkraft sorgt immer noch für rund die Hälfte des Stroms. 2003 wurde beschlossen, 2015 mit dem Ausstieg zu beginnen. Dieser soll bis 2025 vollzogen sein.

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In FINNLAND soll die Zahl der Atomreaktoren von derzeit vier auf acht verdoppelt werden. Der fünfte wird schon gebaut, allerdings gab es bei dem AKW-Neubau in Olkiluoto immer wieder Verzögerungen. Er soll nun 2018 in Betrieb gehen.

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SCHWEDEN hat keine konkreten Neubaupläne. Bisher galt, dass bei Stilllegung eines der derzeit zehn Reaktoren als Ersatz ein neuer gebaut werden kann. Dies könnte sich mit den nun in die Regierung gekommenen Grünen ändern.

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ÖSTERREICH hat den Verzicht auf Atomkraft in der Bundesverfassung verankert. Das einzige Kernkraftwerk in Zwentendorf ging nach der für Bundeskanzler Bruno Kreisky (SPÖ) knapp negativen Volksabstimmung 1978 nie in Betrieb. Österreich fordert einen EU-oder gar weltweiten Ausstieg aus der Nuklearenergie.

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In SPANIEN verfolgt die Regierung seit Jahren die Linie eines schrittweisen Atomausstiegs. Es sollen keinen neuen AKW gebaut und die bestehenden nach 40 Jahren Betriebszeit abgeschaltet werden.

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ITALIEN hat seit Jahrzehnten keine Atomkraftwerke. Nach der Katastrophe von Tschernobyl entschieden sich die Bürger 1987 in einem Referendum für den Ausstieg. Der damalige Regierungschef Silvio Berlusconi entschied 2009, wieder in die Kernkraft investieren zu wollen, legte sein Vorhaben nach der Katastrophe von Fukushima aber auf Eis. 2011 sprachen sich rund 94,5 Prozent der Italiener in einem weiteren Referendum gegen neue Meiler aus.

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DEUTSCHLAND ist mit seinem Atomausstieg auf Kurs. Die Verlängerung der Laufzeiten der noch bestehenden Atomkraftwerke wurde nach Fukushima abgesagt. In den kommenden Jahren gehen damit die letzten AKW in Deutschland vom Netz.

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Die SCHWEIZ produziert noch rund 40 Prozent ihres Stroms in fünf AKW, will aber langfristig aus der Atomkraft aussteigen. Nach Laufzeiten von 50 Jahren soll 2019 der erste Meiler vom Netz gehen, 2034 der letzte. Eine Initiative, das auch vom Land Vorarlberg bekämpfte AKW Mühleberg im Kanton Bern vom Netz zu nehmen, scheiterte heuer in einer Abstimmung. (APA/dpa)