Energiewende

Deutschland: Windkraft hat Kohle als wichtigste Stromquelle überholt

Im Vorjahr haben Windkraftanlagen in Deutschland zum ersten Mal mehr Strom ins Netz eingespeist als Kohlekraftwerke. Der Anteil der Windkraft am Energiemix ist auf knapp 26 Prozent gestiege, der Anteil der Kohlekraft auf knapp 25 Prozent gesunken.

Die Windkraft hat 2020 die Kohle als wichtigste Stromquelle in Deutschland überholt. Erstmals wurde mehr Strom aus Wind erzeugt und ins heimische Netz eingespeist als aus Kohlekraftwerken, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Der Anteil der Windkraft am Energiemix lag bei 25,6 Prozent, damit war erstmals ein erneuerbarer Energieträger auf Platz 1. Insgesamt erreichten die Alternativen den Rekordanteil von 47 Prozent, nach 42,3 Prozent im Jahr 2019.

Die Anteile von Kohle (24,8 Prozent) und Kernenergie (12,1 Prozent) gingen zurück, während Gaskraftwerke mit 13,6 Prozent mehr Strom lieferten. Insgesamt war die Stromerzeugung aber rückläufig, weil insbesondere im ersten Corona-Lockdown im Frühjahr die Nachfrage sank. Ins deutsche Netz wurden aufs Jahr gesehen 502,6 Milliarden Kilowattstunden eigenproduzierter Strom eingespeist und damit um 5,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die exportierte Strommenge sank um 8,0 Prozent, übertraf aber mit 67 Milliarden Kilowattstunden immer noch die Importe, die um 19,7 Prozent auf 40,1 Milliarden Kilowattstunden kletterten.

In der Statistik erfasst werden alle Kraftwerke und Erzeugungsanlagen in Deutschland, die Strom in das Netz für die allgemeine Versorgung einspeisen. Nicht enthalten ist Strom, der in Industriekraftwerken erzeugt und direkt in den Industriebetrieben wieder verbraucht wird. Die im Inland erzeugte und ins Netz eingespeiste Strommenge ist auch deshalb nicht gleichzusetzen mit dem Stromverbrauch, da auf dem Weg zu den Verbrauchsstellen sogenannte Netzverluste auftreten sowie das Saldo aus Stromimporten und -exporten berücksichtigt werden muss. (dpa/apa/red)