Konjunktur

Deutsche Industrie muss Rückgang hinnehmen

Die deutsche Industrie schrumpft. Darauf deutet der jüngste Einkaufsmanagerindex des Markit-Instituts unter 500 Unternehmen. Im November ist das Barometer unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gefallen. In der Schweiz ist die Stimmung vergleichbar.

Markit Industrie Einkaufsmanagerindex

Der Einkaufsmanagerindex sank im November um 1,9 auf 49,5 Punkte, wie das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 500 Unternehmen mitteilte. Damit fiel das Barometer laut endgültigen Daten nicht nur auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten, sondern auch unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

"Da die Unternehmen derzeit Schwierigkeiten haben, angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten neue Aufträge im In- und Ausland zu gewinnen, schwindet die Hoffnung, dass wir zum Jahresende noch einen nennenswerten Wachstumsschub in der Industrie erleben werden", sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike.

Die Aufträge schrumpften bereits den dritten Monat in Folge - und das so stark wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Bei den Exportaufträgen gab es den ersten Rückgang seit Juli 2013. "Umfrageteilnehmer berichteten von einer nachlassenden Nachfrage vor allem aus China, den USA und Europa", erklärte Markit. Die Produktion legte nur noch marginal zu.

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Auch die Schweizer Industrie hat laut Einkaufsmanagerindex etwas an Schwung eingebüßt. Der Index (PMI) sank gegenüber dem Vormonat um 3,2 Zähler auf 52,1 Punkte, wie die Credit Suisse mitteilte.

Ökonomen hatten mit 52,7 bis 55,5 Punkten gerechnet. Allerdings war der PMI im Oktober um hohe 4,9 Punkte gestiegen. Offenbar habe die Erholung der Industriekonjunktur angedauert, aber leicht an Schwung verloren, erklärte die Credit Suisse, welche den Index zusammen mit dem Einkäuferverband procure.ch erstellt.

Der stetigen Erholungstendenz sei es wohl zu verdanken, dass die Industrie mittlerweile wieder neue Stellen schaffe. So kletterte die Subkomponente "Beschäftigung" im November um 2,3 Punkte auf 55,5 Zähler und lag damit den zweiten Monat in Folge deutlich in der Wachstumszone. Erneut stärker zunehmende Lieferfristen würden zudem auf eine gute Kapazitätsauslastung hindeuten.

Außerdem konnte die Produktion laut den CS-Ökonomen den fünfundzwanzigsten Monat in Folge gesteigert werden, wenn auch mit deutlich geringerer Dynamik als im Vormonat. Unverändert zeigte sich hingegen die Auftragslage.

Auch das vorausweisende KOF-Konjunkturbarometer hat zuletzt eine leichte Eintrübung der Konjunkturaussichten für die Schweiz signalisiert. (reuters/sda/apa)