Steuertipp

Update Steuern

Themen: COVID-19: Konsultationsvereinbarung Österreich- Deutschland und COVID-19-Unterbrechungen – Betriebsstättenfrist bei internationalen Bau- oder Montageausführungen läuft weiter!

Österreich hat sich mit Deutschland darüber geeinigt, wie COVID-19-bedingte Tätigkeiten im Homeoffice und Kurzarbeit abkommensrechtlich zu behandeln sind.

Demnach können Dienstnehmer, die z. B. üblicherweise in Österreich, nun aber am deutschen Wohnort im Homeoffice arbeiten, so behandelt werden, als würden sie ihrer Tätigkeit weiterhin an ihrem gewohnten Arbeitsort in Österreich nachgehen. Dienstnehmer, die grundsätzlich als Grenzgänger iSd Art 15 Abs 6 DBA Deutsch­land-­Österreich gelten, verlieren diesen Steuerstatus nicht nur deshalb, weil sie wegen der COVID­19-­Krise im Homeoffice arbeiten. Das Besteuerungsrecht an Kurzarbeitsgeld und Kurzarbeitsunterstützung liegt nach der Vereinbarung beim Kassenstaat (Erlass v 15.4.2020, 2020­ 0.239.636).

Überschreiten Bau- oder Montageausführungen eine bestimmte Dauer, so wird dadurch eine Bau- oder Montagebetriebsstätte im Tätigkeitsstaat ausgelöst.

Je nach DBA beträgt die Frist sechs, neun oder zwölf Monate. Das OECD-Sekretariat hat kürzlich die Position vertreten, dass auch während COVID­19­bedingten Unterbrechungen von Bau­ oder Montageausführungen die Frist weiterläuft. Eine Betriebsstätte hat indessen Registrierungs-­ und Erklärungspflichten sowie die Versteuerung eines lokalen Gewinnanteils zur Folge. Zudem sind Dienstnehmer ab dem ersten Tag im Tätigkeitsstaat anteilig zu versteuern, ggf. muss die Fakturierung geändert sowie eine lokale Buchhaltung und Verrechnungspreisdokumentation eingerichtet werden.

White Paper zum Thema

Mag. Matthias Mitterlehner ist Partner, Head of International Tax und Steuerberater bei der Icon Wirtschaftstreuhand GmbH.

Verwandte tecfindr-Einträge