Zulieferindustrie

Chinesisch statt bosnisch: Zulieferer Grammer vor Übernahme

Um Angriffe der bosnischen Gruppe Prevent abzuwehren, hat Zulieferer Grammer einst den chinesischen Hersteller Ningbo Jifeng an Bord genommen. Jetzt könnten die Chinesen alles bekommen - "im besten Unternehmensinteresse", wie Grammer meldet.

Der Autozulieferer Grammer steht womöglich kurz vor einer Übernahme durch den chinesischen Großaktionär Ningbo Jifeng. Das Unternehmen bestätigte in Amberg fortgeschrittene Verhandlungen mit verbundenen Unternehmen von Ningbo Jifeng.

Chinesen als Helfer gegen Prevent geholt

Ningbo Jifeng hält aktuell etwas mehr als ein Viertel der Grammer-Aktien und müsste also jetzt noch mal rund 578 Millionen Euro auf den Tisch legen, um das Unternehmen komplett zu übernehmen. Das bayerische Unternehmen hatte die Chinesen Anfang 2017 im Kampf gegen eine mögliche Übernahme durch die umstrittene bosnische Investorenfamilie Hastor an Bord geholt. Diese hält derzeit etwas mehr als 9 Prozent.

Jetzt könnten die bestätigten fortgeschrittenen Verhandlungen mit verbundenen Unternehmen von Ningbo Jifeng zu einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot an die Aktionäre der Grammer AG führen. Der chinesische Konzern habe einen Preis von 60 Euro plus der vorgeschlagenen Dividende von 1,25 Euro in Aussicht gestellt. Grammer würde damit mit knapp 772 Millionen Euro bewertet.

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"Im besten Unternehmensinteresse"

An der Börse kostete die im SDax notierte Aktie zuletzt 51,30 Euro. Die mögliche Barofferte von 60 Euro wäre also ein Aufschlag von knapp 17 Prozent zum Xetra-Schluss vom Montag. "Es ist derzeit noch nicht abzusehen, ob die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden können und ein Übernahmeangebot erfolgen wird", hieß es weiter.

"Die Grammer AG prüft im besten Unternehmensinteresse strategische Handlungsoptionen und wird den Kapitalmarkt und die Öffentlichkeit über den Fortgang der Verhandlungen entsprechend den rechtlichen Anforderungen informieren." (dpa/apa/red)

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