Elektromobilität

Chef von Sixt: "Ich glaube nicht an Elektroautos"

Elektroautos seien "ein schwerer politischer Fehler", sagt Erich Sixt, Großaktionär des Vermieters Sixt. Er verweist auf die bis heute andauernden Schwierigkeiten der Technologie. Das Verhalten seiner Kunden sei jedenfalls mehr als eindeutig.

Deutschlands größter Autovermieter Sixt wächst rasant - im Ausland noch schneller als im Inland. Jahresumsatz und Gewinn dürften deutlich über den Vorjahreszahlen liegen, teilte das auch in Österreich aktive Unternehmen in München mit. Urlauber und Privatkunden machen inzwischen 61 Prozent des Geschäfts aus, Firmenkunden nur noch 31 Prozent.

Im ersten Quartal stieg der Umsatz der Autovermietung im Ausland um mehr als 15 Prozent, im Inland und im Leasinggeschäft um 7 Prozent. Am stärksten legte das Geschäft in den USA, Frankreich, Spanien und Großbritannien zu. In Italien weitete Sixt sein Stationsnetz vor allem im Süden des Landes aus.

Der Gewinn stieg noch stärker als der Umsatz. Der Verkauf der 50-Prozent-Beteiligung an dem Carsharing-Anbieter DriveNow an den bisherigen Partner BMW brachte Sixt 196 Mio. Euro in die Kasse. Aber auch ohne diesen positiven Sondereffekt stieg das Quartalsergebnis vor Steuern um 31 Prozent auf 48 Mio. Euro.

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Scharfe Kritik von Sixt an Elektroautos

Bei der Vorstellung der Zahlen hat Großaktionär und Vorstandschef Erich Sixt die Entwicklung bei Elektroautos scharf kritisiert. "Ich glaube nicht an E-Autos, das ist politisch ein schwerer Fehler", so Sixt in einer Telefonkonferenz, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

Sixt verwies darauf, dass wichtige Rohstoffe wie Kobalt für die Batterien in chinesischer Hand seien. Der Aufbau der Ladeinfrastruktur sei extrem teuer. Und: "Die Reichweite ist nach wie vor eine Katastrophe. Sie müssen hier Abermilliarden investieren."

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Kaum jemand will sie mieten

Bei Sixt seien Elektroautos als Mietwagen kaum gefragt, nur von wenigen Kunden, die sie ausprobieren wollten. Einige riefen dann den Vermieter um Hilfe, weil sie auf der Autobahn liegengeblieben seien.

Auch in den USA, der Heimat von Tesla, seien Elektroautos als Mietwagen kaum gefragt, berichtet Sixt. "Nur Wohlhabende legen sich einen Tesla zur Gewissens-Beruhigung zu."

Sollte sich an der Einstellung der Fahrer etwas ändern, werde Sixt aber reagieren: "Wenn ich mich täusche, kaufen wir so viele Elektroautos, wie der Kunde will."

(red, reuters/dpa/apa)

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