Stahlindustrie

Brüssel prüft Staatshilfen für Ilva

Rund zwei Milliarden Euro an Hilfen habe das Stahlwerk Ilva in Süditalien aus Rom kassiert, sagen Brüsseler Behörden. Eventuell muss das Unternehmen den ganzen Betrag zurückzahlen - es wäre nicht das erste Verfahren der EU gegen Ilva.

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Die EU-Kommission nimmt staatliche Unterstützung für den italienischen Stahlhersteller Ilva unter die Lupe. Die Fabrik in Taranto im Süden des Landes habe etwa 2 Mrd. Euro bekommen, die möglicherweise als ungerechtfertigte staatliche Hilfen einzustufen seien, teilen die Brüsseler Wettbewerbshüter mit. Es gehe unter anderem um Garantien für Darlehen. Falls die Behörde zu dem Ergebnis kommt, dass die Hilfen die Fabrik künstlich am Leben erhalten, müssten sie zurückgezahlt werden.

Nach Angaben der EU-Kommission ist die Anlage in Tarent die größte in der Europäischen Union und ist wegen Umweltverschmutzung und gesundheitlicher Gefahren für die Bevölkerung in Verruf. 2013 eröffnete die EU-Kommission ein Verfahren wegen Verletzung von EU-Recht gegen Italien, weil die Fabrik die EU-Standards für Industrieemissionen nicht einhalte. Seit dem Sommer 2013 wird der Standort von Managern geführt, die die Regierung ernannt hat, um die Anlage zu modernisieren. Eine Übersicht der aktuellen Meldungen zum Stahlwerk Ilva Thema hier.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager betonte, ihre Untersuchung verhindere nicht, dass das Gelände und das Gebiet von Verschmutzung gesäubert würden - falls nötig auch unter Einsatz öffentlichen Geldes. Allerdings müsse die Rechnung am Ende an den Verschmutzer gehen.

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In einem anderen Fall verlangte die EU-Kommission von Belgien, Unterstützung in Höhe von 211 Millionen Euro von mehreren Stahlproduzenten der Duferco-Gruppe zurückzufordern.

Wie mehrfach von INDUSTRIEMAGAZIN berichtet, steht Ilva derzeit zum Verkauf. Zuletzt wurde bekannt, dass das Stahlwerk einen neuen Chef bekommt - den Stahlmanager Marco Pucci, der Massimo Rosini nachfolgt. (dpa/apa/red)