Bergbaumaschinen

Billige Rohstoffe drücken Absatz von Bergbaumaschinen

Bei Industriemetallen wie Aluminium, Blei, Kupfer und Nickel rutschen die Preise nach unten - und die Nachfrage nach Maschinen im Bergbau geht deutlich zurück, meldet der deutsche Fachverband VDMA.

Der anhaltende Rutsch der Rohstoffpreise macht den deutschen Herstellern von Bergbaumaschinen zu schaffen. Nach einem 30-prozentigen Umsatzeinbruch im vergangenen Jahr erwarte die Branche weitere Einbußen, sagte Michael Schulte Strathaus, Vorsitzender des Fachzweiges im Branchenverband VDMA, am Donnerstag in Essen laut Redetext.

"Unser Gesamtumsatz wird in diesem Jahr voraussichtlich um 3 Prozent auf 3,62 Mrd. Euro sinken." Auch 2016 dürfte mit einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu rechnen sein.

Industriemetalle immer billiger

Die Preise von Industriemetallen wie Aluminium, Blei, Kupfer und Nickel sind in den vergangenen zwölf Monaten deutlich gesunken. Das hemme die Nachfrage nach Maschinen für den Bergbau. Zudem wirkt in Deutschland die Diskussion um die Zukunft der Braunkohlekraftwerke und der Ausstieg aus der Steinkohleproduktion 2018. "Wir rechnen damit, dass unser Inlandsumsatz im kommenden Jahr weiter, voraussichtlich im unteren einstelligen Bereich, sinken wird", sagte Schulte Strathaus.

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Zuletzt kündigte auch der weltgrößte Rohstoffkonzern Glencore an, künftig weniger Kupfer, Zink und Öl zu produzieren - um die derzeit sehr niedrigen Rohstoffpreise wieder nach oben zu drücken. Mehr dazu unter: Rohstoffkonzern Glencore senkt Produktion - Preise zu tief

Extrem exportorientierte Branche

Die Bergbaumaschinenindustrie setzt rund 90 Prozent ihrer Anlagen im Ausland ab. Die meisten Exporte seien 2015 in den Nahen und Mittleren Osten gegangen. "Saudi-Arabien ist mit fast neun Prozent zu unserem größten Absatzmarkt geworden." Zweitgrößte Absatzregion sei Lateinamerika, gefolgt von China, den USA und Russland.

Zum Fachverband

Der Fachverband hat 130 Mitgliedsunternehmen, die 13.700 Mitarbeiter beschäftigen. Die Branche, zu der neben Mittelständlern auch Konzerne wie ThyssenKrupp, Caterpillar, Liebherr und Komatsu gehören, hatte über Jahre zweistellige Zuwachsraten verzeichnet und dabei ihre Kapazitäten deutlich ausgebaut. (reuters/apa/red)

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