Autoindustrie

Bei Mitarbeitern von Audi wächst die Sorge um Arbeitsplätze

Wegen des Sparkurses im Zuge des Abgasskandals drängen Betriebsräte von Audi auf Beschäftigungszusagen über 2018 hinaus. Auch die Produktion von Elektroautos des Herstellers solle vor allem in Deutschland vom Band laufen, fordern die Vertreter der Mitarbeiter.

Die Beschäftigten von Audi in Deutschland dringen angesichts des Sparkurses wegen des Dieselskandals auf eine längere Beschäftigungsgarantie. Die passende Antwort auf die Unsicherheit in der Belegschaft müsse die Verlängerung der Beschäftigungssicherheit über 2018 hinaus sein, forderte Betriebsratschef Peter Mosch auf einer Betriebsversammlung in Ingolstadt.

Verhandlungen in Wolfsburg laufen

Der Betriebsrat setzt sich zudem dafür ein, dass Elektroautos von Audi vorrangig in Deutschland vom Band laufen. "Die deutschen Standorte müssen jetzt im Zentrum des neuen Zeitalters der Mobilität stehen", sagte Mosch vor mehr als 8.000 Beschäftigten der VW-Tochter. Audi-Chef Rupert Stadler lud den Betriebsrat nach dessen Angaben zu einem Bündnis unter dem Motto "Audi-Zukunft" ein.

Bei VW laufen derzeit Verhandlungen über einen Zukunftspakt, um die Wolfsburger Hauptmarke für die Elektromobilität fit zu machen. Zugleich sollen die Kosten sinken, um die Lasten des Abgasskandals zu schultern. In dem Zusammenhang wird auch über Stellenabbau durch Frühverrentung diskutiert.

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Sorge um die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm

In der Audi-Belegschaft gibt es Befürchtungen, die Standorte in Ingolstadt und Neckarsulm könnten bei der Vergabe von neuen Elektroautos ins Hintertreffen geraten. Audi baut seinen ersten rein elektrischen Geländewagen ab 2018 in Brüssel. Bis 2018 gilt für die insgesamt 60.000 Audi-Beschäftigten in den beiden deutschen Werken eine Beschäftigungsgarantie.

Die Hauptlast des Dieselskandals liegt auf VW, aber auch Audi ist verwickelt. In den USA laufen derzeit Verhandlungen über die von Ingolstädtern entwickelten Drei-Liter-Motoren, deren Motorsteuerung eine Software enthält, die nicht ordnungsgemäß bei den US-Behörden angemeldet wurde. Die Motoren wurden in rund 85.000 Wagen eingebaut - darunter den VW Touareg, den Porsche Cayenne und den Audi A8.

Volkswagen hat bis Ende Oktober Zeit, um bei einem US-Bundesgericht Lösungsvorschläge zur Umrüstung dieser Motoren einzureichen. Audi hatte seine Rückstellungen wegen des Dieselskandals unlängst aufgestockt. (APA/Reuters/red) 

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