Baumax-Filialen

Baumax-Vergabe ist fast erledigt

Die Zerschlagung der Baumarktkette Baumax schreitet voran. Auch die tschechischen Standorte sind nun so gut wie unter Dach und Fach. Die endgültige Entscheidung des tschechischen Kartellamts wird Ende Oktober erwartet.

Baustoffindustrie bauMax Übernahmen

Vier Märkte übernimmt die deutsche Kette Obi, 18 Standorte will der polnische Händler Merkury Market übernehmen, gab das tschechische Kartellamt UOHS laut Nachrichtenagentur CTK bekannt. Die endgültige Entscheidung darüber fällt die Behörde Ende Oktober. Mit Ende November dürfte der Name Baumax auch in Tschechien Geschichte sein, heißt es. Die 1991 gegründete Merkury Market hat bisher Filialen in Polen und der Slowakei und verkauft hauptsächlich Inneneinrichtungen und Baumaterialien.

Baumax schrieb in Tschechien jahrelang Verluste. 2014 kletterte der Verlust auf 562 Millionen Kronen (20,66 Mio. Euro), nach 471 Millionen Kronen im Jahr 2013. In der Slowakei stieg der Verlust von 0,6 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 7,8 Millionen Euro im Jahr 2014, berichtet die tschechische Agentur CTK.

Damit sind noch zwei Märkte in Tschechien und etwa zehn Standorte in Österreich ohne neuen Eigentümer. Was mit diesen Märkten passiert, ist vorerst offen. Hunderte Beschäftigte müssen also weiter um ihren Job bangen. Baumax ließ wie berichtet 1.100 Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung anmelden. Als ziemlich fix gilt, dass alle Beschäftigten in der Zentrale ihren Job verlieren.

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Der vormalige Konkurrent Obi übernimmt 48 der 65 Märkte in Österreich, alle 14 Standorte in der Slowakei, beide Standorte in Slowenien und vier ausgewählte Märkte von 24 in Tschechien. Durch den Zusammenschluss komme es zwar zur einer "erhöhten Marktanteilsaddition am nationalen Markt, aber es sind genügend Wettbewerber vorhanden, die verhindern, dass durch den Zusammenschluss eine Marktbeherrschung von Obi nach dem aktuell dargelegten Sachverhalt entstehen könnte", gab die Bundeswettbewerbsbehörde bekannt. Bedenken hatte die Behörde zunächst in Wien und Graz, daher seien diese Städte einer detaillierteren Analyse unterzogen worden. Bezüglich eines Standortes in Graz sei aber sichergestellt worden, dass dieser von einem Dritten übernommen wird, erläuterte die BWB. Bisher war Baumax Markführer in Österreich, Obi Nummer zwei. (apa)