Atomkraft

Ausbau von finnischem AKW-Standort auf Eis gelegt

Die finnische Kraftwerk-Betreibergesellschaft Teollisuuden Voima (TVO) hat ihre Pläne für einen weiteren Reaktor am AKW-Standort Olkiluoto auf Eis gelegt. Der Konzern kündigte an, dort vorerst keinen vierten Reaktor (OL4) errichten zu wollen.

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TVO wird somit trotz seinerzeit erteilten grünen Lichts des Parlaments in Helsinki keine Baugenehmigung beantragen. Damit verfällt die Grundsatzgenehmigung für den vierten Reaktor Ende Juni. Als Grund nannte TVO die massiven Verzögerungen von Olkiluoto 3 (OL3).

Finnland hatte 2002 als erstes Land nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 den vollständigen Neubau eines Atomkraftwerks beschlossen. Dieses AKW - OL3 - hätte 2009 ans Netz gehen sollen.

Wegen großer Probleme beim Bau und einer Vielzahl von beanstandeten Baumängeln hat sich der Bau bis heute bereits um sechs Jahre verzögert und den Hauptinvestor und Bauträger, die französische Areva wegen Milliardenverlusten Euro in Schwierigkeiten gebracht . Es gibt noch immer kein fixes Fertigstellungsdatum.

Im Norden Finnlands plant indes die russische Rosatom mithilfe finnischer Partner, einen weiteren Atomreaktor zu bauen. Dafür gibt es bereits eine Baubewilligung aus Helsinki. Der geplante AKW-Bau am neuen Standort Pyhäjoki ist im nahe gelegenen Schweden äußerst unbeliebt. (apa)

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