Luftfahrt

AUA-Chef erwartet in der Luftfahrt weitere Einschnitte

Die Kürzungen und Insolvenzen in der Luftfahrt werden weitergehen, meint AUA-Chef Alexis von Hoensbroech. Die Konsolidierung sei "längst überfällig" gewesen.

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech erwartet aufgrund der Coronakrise eine Auslese in der Airlinebranche. "Es wird in den nächsten Monaten und Jahren eine stärkere Konsolidierung geben", sagte der Manager der Austrian Airlines (AUA) bei einer Online-Diskussionsrunde des Forum Alpbach.

Die Konsolidierung sei "längst überfällig" gewesen, so Hoensbroech. Die Luftfahrtbranche eilte in den vergangenen Jahrzehnten von Passagierrekord zu Passagierrekord. In den vergangenen 20 Jahren boomten Billigflieger. Die Coronakrise hat weltweit die Luftfahrtbranche erschüttert, viele Airlines benötigten Staatshilfen. Mit der Ausbreitung der Coronapandemie im März in Europa kamen die Linienflüge nahezu zum Erliegen. Die AUA hatte Mitte März ihren Flugbetrieb eingestellt und drei Monate später im Juni wieder aufgenommen.

Die Austrian Airlines wurden im Juni mit 600 Mio. Euro gerettet. Je 150 Mio. Euro schossen die Republik Österreich und die AUA-Mutter Lufthansa zu. Darüber hinaus gibt es einen 300 Mio. Euro schweren staatlich garantierten Bankkredit. Die AUA setzt auch ein hartes Sparpaket um. Auch die AUA-Mutter Lufthansa wurde von Deutschland mit Milliarden gerettet.

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Der AUA-Chef verwies erneut auf die Gründe für die AUA-Rettung. Keine andere Fluglinie würde ein kostspieliges Drehkreuz in Wien betreiben. Durch den Hub könnte die AUA viele Langstreckenflüge und Verbindungen nach Osteuropa anbieten. Dies sei wichtig für den Standort und die Tourismusbranche. Außerdem hätte man durch das Rettungspaket viele Arbeitsplätze erhalten können. Als Negativbeispiel führte Hoensbroech Ungarn an. Seit der Pleite der Staatsairline Malev gebe es in Budapest keine Langstreckenverbindungen mehr. (apa/red)