Maschinenbau

Anger Maschinenbau: Wie sich die Trauner zum Systemlieferanten wandeln

Nach der Übernahme durch die Tongtai-Gruppe läuft die Neuausrichtung beim Trauner Maschinenbauer Anger an.

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Maschinenbau Anger Machining Tongtai Übernahmen Klaus Dirnberger

"Wir entwickeln in einer technologischen Breite wie nie zuvor."
Klaus Dirnberger, CEO Anger Machining

Für den Trauner Maschinenbauer Anger, 2014 in einen akuten Liquiditätsengpass geschlittert und im Folgejahr von den Asiaten übernommen, "läuft es gut", sagt Anger-CEO Klaus Dirnberger. Der Trauner Standort sei "aktuell voll ausgelastet". In der zweiten Jahreshälfte 2016 seien nebst einem großen Projekt für automatisierte flexible Serienfertigung bei einem Neukunden in Europa zwei Aufträge für den ZF-Konzern an Land gezogen worden.

Neben einer maßgeschneiderten Maschine liefere man für den den deutschen Getriebehersteller auch einen flexibeln Doppelspindler. "Die Maschine steht kurz vor der Inbetriebnahme", sagt Dirnberger. Für heuer - ein weiterer Neukunde konnte zuletzt gewonnen werden - rechnet der Anger-Geschäftsführer nach dem Konsolidierungsjahr 2016 mit "moderatem Wachstum".

Systemintegrator

Mit der Übernahme durch die Taiwaner ist der Maschinenbauer Anger - spezialisiert auf Transferzentren und Mehrspindelanlagen - aus dem Gröbsten raus: Die Asiaten haben die Oberösterreicher entschuldet und lassen technologische Neuerung zu: Man entwickle in einer Breite wie noch nie zuvor, heißt es in Traun. Eine neue Maschine für die Fertigung großer kubischer Teile wie etwa Getriebegehäuse habe noch heuer Marktstart, auch der Leichtbau - Stichwort Aludruckguss - sei ein Thema. Die Freigabe von Entwicklungsbudgets? Habe man typischerweise schnell in der Tasche.

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Anderswo könnte es den Traunern schneller gehen: Die Pläne, von dem am 115-Mitarbeiter-Standort bereits im Vorjahr getesteten Tongtai-Bearbeitungszentrum rasch ein Lösungspaket für europäische Märkte zu schnüren, brauchen mehr Zeit: Die Asiaten entschieden sich dagegen, einen Hardwarebausatz nach Traun zu schicken und den Oberösterreichern die elektrotechnische Ausstattung der Maschine zu überlassen. Die Taiwaner wollen für die Maschine lieber selbst das nötige Know-How im Haus aufbauen. Künftig, so Dirnberger, sehe man das Unternehmen noch stärker in der Rolle eines Systemintegrators, bei dem auch Maschinen aus dem Konzern zum Einsatz kommen sollen und man zusätzliche Prozesse integriert.

Synergien

Große Synergien im Teileeinkauf wurden bisher noch nicht gehoben. "Wir haben viel recherchiert", erzählt Anger-Chef Dirnberger. Conclusio: Wird ein bestimmtes Qualitätsniveau verlangt, dann kostet das auch in Asien sein Geld. Und trotzdem: Vom Hebel Tongtai erwartet man sich im Einkauf künftig einiges. Die Erweiterung des Anger-Vertriebs gen Asien sei laut Dirnberger "work in progress". 

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