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Andritz: Gewinn verdreifacht - Großauftrag aus Indien

Der steirische Anlagenbauer konnte seinen Gewinn in den ersten drei Quartalen des Jahres verdreifachen - trotz Krise. Aktuell arbeitet Andritz unter anderem an einem Großauftrag aus Indien.

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Der börsennotierte steirische Anlagenbauer Andritz hat in der Coronapandemie gut verdient. Der Umsatz stieg leicht, der Gewinn verdreifachte sich in den ersten drei Quartalen des Jahres. Der Auftragseingang lag zwar leicht unter dem Vorjahresvergleichszeitraum, als es einen Großauftrag gegeben hatte, erreichte aber den zweithöchsten jemals erreichten Wert für die ersten drei Quartale eines Jahres, teilte das Unternehmen mit.

Die im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse für das 2. Quartal 2020 abgegebene Guidance für die Umsatzentwicklung bleibt unverändert. Andritz erwartet für das Geschäftsjahr 2020 aus heutiger Sicht einen im Vergleich zu 2019 (damals: 6,67 Mrd. Euro) etwas niedrigeren Umsatz. Steigende Corona-Infektionen und Lockdowns könnten sich aber noch negativ auswirken. Auch die Rentabilität (EBITA-Marge) vor Sondereffekten soll "in etwa gleich bleiben" wie 2019, als sie 6,8 Prozent betrug.

Ausblick unverändert, aber Lockdowns als Risiko

Der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2020 lag mit 4,84 Mrd. Euro um 1,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis (nach Abzug von nicht beherrschenden Anteilen) verdreifachte sich in den ersten drei Quartalen 2020 von 46,5 Mio. Euro auf 137,3 Mio. Euro. Der Auftragseingang lag mit 4,74 Milliarden um 18,2 Prozent unter dem Vorjahresvergleichszeitraum. Damit ging auch der Auftragsstand per 30. September im Vergleich zum Jahresende 2019 um 5,8 Prozent auf 7,33 Mrd. Euro zurück.

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"Wir sind mit der Geschäftsentwicklung in den ersten drei Quartalen sehr zufrieden", schreibt Wolfgang Leitner, Vorstandsvorsitzender und Miteigentümer von Andritz. Der börsennotierte Konzern hat rund 27.800 Mitarbeiter und über 280 Standorte in mehr als 40 Ländern.

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Arbeit an einer großen Eindampfanlage für Kunden in Indien

Aktuell liefert Andritz für die indische ITC Paperboards and Specialty Papers Division (ITC-PSPD) eine Eindampfanlage, wie das Unternehmen mitteilte. Die Errichtung der Anlage für das Werk Bhadrachalam im zentralen Unionsstaat Telangana ist bereits angelaufen, die Inbetriebnahme wird für Anfang 2022 erwartet, wie Andritz auf APA-Anfrage mitteilte.

Das Vorhaben ist Teil des Projekts von ITC-PSPD für die Modernisierung der Rückgewinnungsanlage. Die Investition soll die Marktposition des Unternehmens im Bereich Karton und Spezialpapiere stärken helfen. ITC-PSPD zählt zu den größten Herstellern von Verpackungs- und Grafikkarton Südasiens. Das Werk Bhadrachalam produziert höherwertigen Faltschachtelkarton. Zum Auftragswert wurde seitens des Unternehmens Stillschweigen bewahrt. Vergleichbare Investitionen waren in der Vergangenheit aber bei um die 15 Mio. Euro gelegen.

Inbetriebnahme bis Anfang 2022

Die Andritz AG liefert eine neue siebenstufige Eindampfanlage mit einer Kapazität von 390 Tonnen pro Stunde. Die Anlage konzentriert Schwarzlauge aus der Sulfatkochung auf einen Endtrockengehalt von 75 Prozent. Sie wird die größte ihrer Art in Indien sein und die Qualität des Kondensats aus dem bestehenden Werk erhöhen. Das Kondensat wird im Werk wiederverwendet, der Wasserverbrauch reduziert. Die Andritz-Lamellentechnologie in den Eindampfanlagen sorgt auch für sparsamen Einsatz des Dampfes und einen reduzierten Energieverbrauch durch die Umwälzpumpen. (apa/red)