Großprojekte

Äthiopien will riesigen Staudamm am Nil in Betrieb nehmen - harte Kritik aus Ägypten

Ab Juli will Äthiopien den "Grand Ethiopian Renaissance Dam" mit Wasser des Nil füllen - doch der Nil ist die zentrale Lebensader mehrerer Staaten im Nordosten Afrikas.

Äthiopiens Ankündigung, den künftig größten Staudamm Afrikas trotz fehlender Abkommen mit den Nil-Anrainern Ägypten und Sudan ab Juli mit Wasser zu füllen, stößt in Kairo auf Kritik. Die von Addis Abeba in den Medien verbreiteten "Täuschungen" zeigten keine Absicht auf friedliche Verhandlungen oder Zusammenarbeit, sagte der ägyptische Außenminister Samih Hasan Shukri der Zeitung "Al Ahram", wie Kathpress berichtete.

Zwischen den Nil-Anrainerstaaten gibt es seit Jahren Konflikte über die Verteilung des Wassers. Am Montag hatte die äthiopische Regierung die Inbetriebnahme des "Grand Ethiopian Renaissance Dam" (GERD) ab Juli angekündigt, obwohl Verhandlungen mit den nilabwärts gelegenen Anrainern scheiterten. Demnach steht der Bau kurz vor der Fertigstellung. Mit der Wasserkraftanlage will Äthiopien größter Stromexporteur Afrikas werden. Ägypten hingegen befürchtet negative Auswirkungen auf den Lauf des Nils, der die weitaus wichtigste Wasserquelle des Landes ist.

Zuvor hatten der Sudan und Ägypten laut Bericht einen Vorschlag Äthiopiens über ein Teilabkommen über die erste Füllphase abgelehnt. Die Außenminister der Arabischen Liga (AL) hatten unterdessen einer von Ägypten eingebrachten Resolution zugestimmt, die Äthiopien mit Sanktionen drohte, sollte es den Damm ohne Einigung in Betrieb nehmen. (apa/red)