Elektroindustrie

ABB hebt Prognose an

Die Erholung der Weltkonjunktur und Kostensenkungen haben dem Elektrotechnikkonzern ABB einen Schub verliehen.

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Björn Rosengren, ABB-Konzernchef

Der Gewinn schnellte im zweiten Quartal 2021 um 136 Prozent auf 752 Mio. Dollar (638,8 Mio. Euro) Dollar hoch, wie ABB am Donnerstag mitteilte. ABB hob nun die Prognose für das Gesamtjahr erneut an und erwartet neu ein um Wechselkurseinflüsse sowie Käufe und Verkäufe von Geschäftsbereichen bereinigtes Umsatz-Plus von knapp unter 10 Prozent.

Bisher hatte das Management einen Anstieg um mindestens 5 Prozent in Aussicht gestellt. Die operative Marge dürfte stark zulegen.

Analysten hatten einer Erhebung des Schweizer Unternehmens zufolge durchschnittlich einen Gewinn von 661 Mio. Dollar prognostiziert. Beim operativen Ergebnis zahlte sich im zweiten Quartal der Umbau von Konzernchef Björn Rosengren aus, der das Unternehmen auf Rendite trimmen will. So kletterte die operative Marge auf 15,0 (Vorjahreszeitraum 10,6) Prozent. Damit erreichte ABB nicht nur den höchsten Wert seit 2008, sondern auch die von Rosengren ausgerufene Vorgabe von 15 Prozent. "Die merklich höhere operative Ebita-Marge spiegelt die Belebung der Nachfrage sowie die verbesserte interne Effizienz und unsere starke Position in den Bereichen Elektrifizierung und Automation wider", erklärte der Manager.

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Rosengren hatte den einzelnen Geschäften auf Kosten der Konzernzentrale mehr Eigenverantwortung übertragen. Gleichzeitig machte der Schwede seinen Managern klar, dass sie auch kurzfristig an den Margen gemessen würden, wie ein Insider sagte. Entsprechend setzten sie auf Effizienzsteigerungen und drehten an der Kostenschraube.

Umsatz stieg stark an

Der Umsatz stieg im zweiten Jahresviertel gegenüber der Vorjahresperiode um 21 Prozent auf 7,45 Mrd. US-Dollar und der Auftragseingang um 32 Prozent auf 7,99 Mrd. Dollar. Auf vergleichbarer Basis waren die Wachstumsraten mit 14 Prozent bzw. 24 Prozent etwas geringer. Dennoch hat ABB an Tempo zugelegt. Im ersten Quartal wuchsen Umsatz und Auftragseingang noch um 11 beziehungsweise 6 Prozent und auf vergleichbarer Basis um 7 beziehungsweise 1 Prozent.

Die hohen Wachstumsraten sind allerdings vor dem Hintergrund zu sehen, dass das zweite Quartal 2020 besonders vom Ausbruch der Coronapandemie betroffen war und für ABB zweistellige Einbrüche von Umsatz und Auftragseingang bedeuteten. Auch der Gewinn wurde im Vorjahr stark von der Pandemie beeinflusst.

Mit seinem Portfolio ist ABB schon seit je her in stetem Wandel. Bekanntlich stehen derzeit die Divisionen Turbocharging, Mechanical Power Transmission und Power Conversion im Schaufenster. Außerdem wird derzeit das E-Mobility-Geschäft mit Blick auf einen möglichen Börsengang in eine eigene Division ausgegliedert, und erst vor zwei Tagen wurde die Übernahme der spanischen Roboterfirma Asti Mobile Robotics bekanntgegeben.

Rosengren zeigt sich anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen zuversichtlich, was die Devestitionen angeht. "Wir haben gute Fortschritte bei den angekündigten Portfolioveränderungen erzielt", so der CEO laut Mitteilung. "Ich gehe davon aus, dass wir im dritten Quartal eine Vereinbarung über eine Veräußerung bekanntgeben können."

Außerdem freue es ihn, dass die verstärkte Ausrichtung auf akquisitorisches Wachstum Früchte trage, meinte er mit Blick auf die Übernahme von Asti. Er erwartet mehr solcher kleinen bis mittleren Ergänzungsakquisitionen, sobald die Divisionen ihre Übernahme-Pipelines ausgebaut haben. (apa)