Stahl 10.09.2014 09:59

Europa bleibe das Herz von ArcelorMittal

Europa bleibe für den weltweit größten Stahlkonzern ArcelorMittal das Herz der Gruppe, wie der Vorstandsvorsitzende Lakshmi Mittal in einem Interview mit der französischen Zeitung "Les Echos" erklärt. Dennoch brauche es Reformen.

Lakshmi Mittal, Vorstandsvorsitzender des weltweit größten Stahlkonzerns Arcelor Mittal.

Bild: ArcelorMittal

Europa müsse seine Wettbewerbsfähigkeit wieder gewinnen, um wieder international mitspielen zu können, erklärt Lakshmi Mittal, Vorstandsvorsitzender des weltweit größten Stahlkonzerns Arcelor Mittal in einem Interview mit der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos". Dafür brauche es aber strukturelle Reformen. Vor allem dürfe man die 28 Staaten der EU nicht als Einheit verstehen, erklärt Mittal. Er erwartet dieses Jahr einen Zuwachs beim Stahlverbrauch von drei Prozent.

 

Europa bleibt das Herzstück

 

„Die USA haben in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Die Energiepreise sind gesunken. Die Kreditzinsen sind gesunken. Die Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt ist groß", sagt Mittal. Die EU hingegen sei teuer und habe eine geringere Nachfrage. Die Schere öffne sich dadurch weiter, erklärt der Vorstandsvorsitzende. Vor allem das Thema Klimawechsel verpasse Europa ein großes Handicap.

 

ArcelorMittal arbeitet als globaler Konzern, jedoch seien sowohl die lokale als auch die globale Ebene wichtig. Jede Einheit müsse für sich funktionieren. Trotzdem, so betont Mittal, bleibe Europa das Herz der Gruppe. Dort erziele der Stahl-Magnat 35 bis 40 Prozent des Geschäfts, wie Mittal betont.

 

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Prognosen gesenkt

 

ArcelorMittal hat noch im August seine Gewinnprognose gesenkt. Trotz anhaltenden Erholung im Stahlgeschäft erwartet der Konzern nun ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von mehr als 7 Mrd. Dollar (5,2 Mrd. Euro), teilte das Unternehmen am Freitag mit. Zuvor wurde eine Gewinnsteigerung um gut 1 Mrd. Dollar auf rund 8 Mrd. Dollar erwartet. Die stark gesunkenen Preise für Eisenerz machten die Kalkulation aber hinfällig.

Im zweiten Quartal steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 2,5 Prozent auf 20,7 Mrd. Dollar. Das EBITDA kletterte um 3,7 Prozent auf 1,76 Mrd. Dollar. Unter dem Strich blieb erstmals seit zwei Jahren wieder ein leichter Quartalsgewinn von 52 Mio. Dollar übrig, nach 780 Mio. Dollar Verlust vor einem Jahr. Dabei profitierte der Konzern vom Aufschwung in Europa und den USA. (mato)