Insolvenz : Christof Industries Austria: Sanierungsplan von Gläubigern angenommen

Christof Industries Hauptsitz in Graz
- © Croce & Wir, Fotostudio BetriebsgmbH & CO KG, Mantscha 160, Graz, AustriaDie Gläubiger der Christof Industries Global GmbH haben heute am Landesgericht Graz den Sanierungsplan mit großer Mehrheit angenommen. Der Plan sieht die Fortführung des Unternehmens mit einem strategischen Investor vor, dessen Einstieg derzeit vorbereitet wird.
„Die heutige Zustimmung ist ein wichtiger Meilenstein im laufenden Sanierungsverfahren, und zugleich ein positives Signal für die Gläubiger, die Belegschaft und alle unsere Partner. Der Sanierungsplan ist die bestmögliche Lösung für die Gläubiger und das Unternehmen. Ich freue mich, dass er mit so großer Mehrheit angenommen wurde. Jetzt gilt es, mit den neuen Partnern und allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gemeinsam die Zukunft der Christof Industries Gruppe zu gestalten. Ein solider Grundstein ist dafür gelegt“, erklärt CEO Johann Christof.
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In der Christof Industries Global werden alle Aktivitäten der Christof Industries Gruppe gebündelt, darunter Anlagenbau, Projektentwicklung, Engineering sowie Innovationen im Bereich grüner Technologien für die Dekarbonisierung der Schwerindustrie.
Umsetzung der laufenden Projekte erfolgt weiterhin
Das Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz hat den von Christof Industries Austria GmbH (CIA) Ende September 2022 vorgeschlagenen und von der Gläubigerschaft im Dezember mit großer Mehrheit angenommenen Sanierungsplan nunmehr bestätigt.
„Es gibt mehrere Gründe für diesen Sanierungserfolg: Zum einen konnten die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen rasch gemeinsam mit dem Management und dem Eigentümer umgesetzt werden – das war beispielhaftes Teamplay; zum anderen lief das operative Geschäft auf Hochtouren weiter. Auch das hat sehr geholfen“, heißt es von der Insolvenzverwaltung.
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Die laufenden Projekte wurden während des Sanierungsverfahrens überwiegend weiter umgesetzt, heißt es in der Meldung des Unternehmens weiter. Ein Großteil der Arbeitsplätze konnte erhalten werden. Zudem ist es gelungen, Folgeaufträge und Neugeschäft zu sichern: Für 2023 sind die Aussichten und Planungen in der Gesamtschau mit dem sich aufhellenden Marktumfeld positiv. Der erfolgreiche Abschluss des Sanierungsverfahrens der CIA sollte auch vorteilhafte Auswirkungen auf die sonst noch laufende Restrukturierung in der Unternehmensgruppe haben.
„Der Dank gilt in erster Linie unserem großartigen Team, das in dieser schwierigen Zeit gemeinsam an einem Strang gezogen hat. Auch unsere Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner haben uns sehr unterstützt – nur so ist der Turnaround so schnell und gut gelungen. Nun sehen wir uns in unserer Strategie bestätigt, die nachhaltige Dekarbonisierung unserer Industrie voranzutreiben. Dafür haben wir jetzt eine gute Ausgangsposition“, so Johann Christof, CEO Christof Industries.
Mitte Dezember wurde der Sanierungsplan für die insolvente Christof Industries Austria GmbH aus Graz wie berichtet bei der Tagsatzung vor Gericht angenommen. Die Gläubiger erhalten zunächst eine dreiprozentige Barquote, gefolgt von einer Teilquote von zwei Prozent binnen drei Monaten und zwei weitere Teilquoten über fünf Prozent nach einem und eineinhalb Jahren. Die letzte Teilquote über fünf Prozent wird in zwei Jahren zu begleichen sein.
Für die Sanierung wurden bereits die Werkstätten in Werndorf und Wels, das Büro Service in Wien und der Teilbetrieb "Forschung und Entwicklung" geschlossen. Rund 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren davon betroffen. Für den Bereich "Anlagenbau" wurde ein Investor gefunden, der den Teilbereich gekauft hat und die rund 30 Mitarbeiter sowie rund 30 Projekte mit mittleren Auftragsvolumen übernimmt. Der Erlös dieses Verkaufs kommt in die Insolvenzmasse. (red)
