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Themen: Mindestnutzungsdauer von inländischen Wohnsitzen und Handlungsbedarf in Sachen Brexit.

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Der VwGH hat in seinem Urteil vom 5. März 2020, Ra 2019/15/0145, klargestellt, dass für einen inländischen Wohnsitz keine bestimmte Mindestbenutzungsdauer pro Jahr erforderlich ist.

Entscheidend sei vielmehr, ob eine tatsächliche Verfügungsgewalt über eine bestimmte Räumlichkeit vorliegt, welche nach der Verkehrsauffassung zum Wohnen geeignet ist, also ohne wesentliche Änderungen jederzeit zum Wohnen benutzt werden kann und ihrem Inhaber nach Größe und Ausstattung ein dessen persönlichen Verhältnissen entsprechendes Heim bietet. Diese Räumlichkeiten müssen für den Wohnbedarf jederzeit benutzt werden können. Das Vorliegen eines Wohnsitzes in Österreich führt zur unbeschränkten Steuerpflicht. Neben dem Besteuerungsanspruch auf das Welteinkommen wirkt sich dies auch auf die Berechnung des Durchschnittsteuersatzes, mögliche Absetzbeträge und den Umfang von Erklärungspflichten aus.

BREXIT – Handlungsbedarf bei Ltd. mit österreichischem Verwaltungssitz.

Limited Companies, welche im Vereinigten Königreich oder Nordirland gegründet wurden, im österreichischen Firmenbuch eingetragen sind und in Österreich ihren Verwaltungssitz haben, droht mit 31.12.2020 der Verlust der Rechtspersönlichkeit. Nach Ansicht des Bundesministeriums für Finanzen hätte dies eine Liquidationsbesteuerung zur Folge. Letzt­ malig zum Stichtag 31.12.2020 könnte allerdings eine steuerneutrale Umwandlung iSd Umgründungssteuergesetzes vor­ genommen werden.

Mag. Matthias Mitterlehner ist Partner und Steuerberater bei der ICON Wirtschaftstreuhand GmbH.