Automobilindustrie

Porsche: Ab 2022 Hochleistungsbatterieproduktion

Porsche-Chef Oliver Blume will die mit einem Partner entwickelten Hochleistungsbatteriezellen später auch einmal in Serienfahrzeuge einbauen. Die Batteriefabrik soll voraussichtlich in Tübingen entstehen und die Produktion im Jahr 2024 starten. Die geplante Fabrik soll einmal eine Kapazität von 100 Megawattstunden pro Jahr erreichen.

Die geplanten 100 Megawattstunden pro Jahr sind Batteriezellen für 1.000 Autos, beispielsweise für Fahrzeuge im Bereich des Motorsports oder Sondermodelle. Der Staat fördert das Vorhaben mit 60 Millionen Euro an Steuergeldern. Zwei Drittel der Summe kommt vom Bund, ein Drittel vom Land. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte, von dem Bau der Fabrik gehe ein starkes Signal aus. An Baden-Württemberg gehe bei der Batterie kein Weg vorbei.

An dem neuen Gemeinschaftsunternehmen Cellforce Group hält Porsche 83,75 Prozent der Anteile und den Rest die Fraunhofer-Ausgründung Customcells aus Itzehoe in Schleswig-Holstein, hieß es. Die Idee für die Fertigung hatte laut Mitteilung die Stuttgarter Unternehmensberatung P3 Group. Sie hatte das Konzept entwickelt und mit Customcells den Förderantrag gestellt. Die Unternehmensberatung stieg aber wieder aus, weil sie unabhängig am Markt agieren wolle. Porsche investiere in die neue Firma eine hohe zweistellige Millionensumme, sagte Blume. Er schloss auch nicht aus, dass die Hochleistungsbatteriezelle auch einmal im Volkswagen-Konzern zum Einsatz kommen könnte. Im Jahr 2025 sollen in Tübingen bis zu 80 Personen beschäftigt sein.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) sagte, man werde alles tun, um die rechtlichen Probleme um das Grundstück für die geplante Fabrik schnell zu lösen. Als Zellentwicklungspartner ist das Chemieunternehmen BASF dabei. Die geplante Fabrik sei nicht Teil der geplanten sechs Batteriezellwerke von Volkswagen, sagte Blume weiter. Im März hatte VW angekündigt, in Europa bis 2030 mit Partnern insgesamt sechs Batteriezellwerke hochziehen zu wollen, um den steigenden Bedarf zu decken. Die vier weiteren Standorte neben Salzgitter und Skelleftea in Schweden stehen offiziell noch nicht fest, entsprechende Beratungen laufen zurzeit. (apa/dpa)