Rohstoffe

Kosovo verstaatlicht Bergbau Trepca - Belgrad dagegen

Das Parlament des Kosovo will die Bergwerke von Trepco verstaatlichen, in denen Blei und Zink gefördert wird. Zwei von ihnen liegen in dem von Serben bewohnten Norden des Kosovo. Die serbische Regierung ist gegen den Schritt - signalisiert jedoch Kompromissbereitschaft.

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Das kosovarische Parlament hatte vor wenigen Tagen ein Gesetz angenommen, durch das der Trepca-Bergbaukomplex in eine Aktiengesellschaft verwandelt wurde. 80 Prozent der Aktien gingen an den kosovarischen Staat zu, weitere 20 Prozent an die Beschäftigten. Bisher hatte das Großunternehmen eine doppelte Geschäftsführung, eine albanische und eine serbische, gehabt. In den Händen der nord-kosovarischen Serben bzw. Belgrads befanden sich, wie es hieß, 30 Prozent des Bergbau-Komplexes. Nach den Worten des serbischen Premiers Aleksandar Vucic geht es um 15 Prozent.

Serbiens Regierung will Verstaatlichung nicht anerkennen

Serbiens Regierung wird die in der Vorwoche seitens des kosovarischen Parlamentes beschlossene Verstaatlichung des Trepca-Bergbaukomplexes nicht anerkennen. Dies hat Premier Aleksandar Vucic bei einer Pressekonferenz in Belgrad mitgeteilt. Gleichzeitig zeigte er sich dazu bereit, mit Prishtina einen Kompromiss in der Streitfrage zu finden.

Der Aussage des Premiers war zu entnehmen, dass sich der Regierungsbeschluss vor allem auf jenen Teil des Bergbaukomplexes beziehen dürfte, der in dem von Serben bewohnten Norden des Kosovo - etwa 15 Prozent des Trepca-Vermögens - liegt.

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Die Einschätzungen der Wirtschaftskammer Serbiens und einiger anderer serbischer Institutionen über den Gesamtwert des Trepca-Komplexes bezeichnete Vucic als "stark übertrieben". In den zwei im Nord-Kosovo liegenden Bergwerken würden sich die Blei- und Zinkvorräte auf fünf Millionen Tonnen belaufen, sagte Vucic. Einzelne serbische Regierungsvertreter hatten zuvor von zwölfmal höheren Vorräten gesprochen.

"Es wird Kompromisse geben"

Vucic wies auch die Forderungen serbischer Hardliner, wegen der Streitigkeiten mit Prishtina um Trepca, aber auch um die Telekommunikationsinfrastruktur, die EU-Annäherung zu stoppen, energisch zurück. "Serbien muss Gespräche mit Europa führen und seinen EU-Weg fortsetzen", betonte der Regierungschef.

Zuletzt hatte der für seine prorussische Ausrichtung bekannte Präsident Tomislav Nikolic gegenüber der Tageszeitung "Blic" dafür plädiert, der Europäischen Union "klare Signale" zu schicken, dass Belgrad zu keinen Zugeständnissen bei Trepca und bei der Telekommunikationsinfrastruktur bereit wäre, auch wenn dies den EU-Annäherungsprozess Serbiens stoppen würde.

"Wir müssen eine gemeinsame Sprache finden. Es wird Kompromisse geben", versicherte dagegen Vucic. Belgrad werde immer und überall gesprächsbereit sein, weil es um Frieden und Stabilität bemüht sei. (apa/red)