Weiterer Jobabbau : Steyr Automotive: Geplante Kündigungen von Mitarbeitenden mit Behinderung sorgen für Gerichtsverfahren

Folgt der nächste Stellenabbau bei Steyr Automotive?
- © Steyr Automotive/GEORG SCHLEMMERSteyr Automotive plant Kündigungen trotz Kündigungsschutz
Die Steyr Automotive, das Unternehmen des Investors Siegfried Wolf, steht weiterhin unter Druck. Laut einem Vorabbericht des Magazins profil plant der Lkw-Hersteller, sich von elf Mitarbeitenden mit Behinderung zu trennen. Diese Entscheidung ist mittlerweile gerichtsanhängig. Viele der betroffenen Mitarbeiter sind über 50 Jahre alt und arbeiten bereits seit Jahrzehnten für das Unternehmen. Eine offizielle Stellungnahme von Steyr Automotive konnte kurzfristig nicht eingeholt werden.
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Wie profil weiter berichtet, habe das Unternehmen beim Sozialministeriumservice die notwendige Zustimmung für die Kündigung beantragt. Bei Mitarbeitenden mit Behinderung ist dies erforderlich, da sie unter einem besonderen Kündigungsschutz stehen.
Sozialplan-Streit: Feststellungsklagen am Arbeitsgericht anhängig
Dieser Schritt würde den laufenden Personalabbau im ehemaligen MAN-Werk in Steyr fortsetzen. Von den ursprünglich 2.000 Beschäftigten sollen aktuell nur noch 800 in der oberösterreichischen Industriestadt verbleiben. Zudem komme es laut profil weiterhin zu Entlassungen, die jedoch unterhalb der Meldepflicht beim AMS bleiben.
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Am Arbeitsgericht Steyr seien zudem mehrere Feststellungsklagen anhängig, die sich auf Unstimmigkeiten beim Sozialplan für im Jahr 2023 gekündigte Mitarbeitende beziehen. Der letzte größere Stellenabbau fand im Sommer 2024 statt, als etwa 200 Mitarbeitende beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice gemeldet wurden.
Erst kürzlich berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten ("OÖN"), dass sich Eigentümer Wolf 107 Millionen Euro an Gewinnen aus dem Unternehmen habe auszahlen lassen. Dies gehe aus dem Jahresabschluss 2022 hervor. Wolf hatte vor drei Jahren bei der Übernahme des früheren MAN-Werks angekündigt, zusammen mit dem russischen Gaz-Konzern eine Nutzfahrzeugproduktion aufzubauen – dieses Vorhaben wurde jedoch nicht realisiert.