Bahn-Industrie : Plasser & Theurer und die ÖBB: Größter Einzelauftrag in 70 Jahren Firmengeschichte

Die ÖBB ersetzt damit ihre seit rund 40 Jahren im Einsatz stehende dieselbetriebene Instandhaltungsflotte, die ebenfalls von Plasser & Theurer gefertigt wurde
- © APA/ÖBB/SCHEIBLECKERDen bisher größten Einzelauftrag in seiner 70-jährigen Firmengeschichte hat der Bahnbaumaschinenhersteller Plasser & Theurer von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erhalten. Im Wert von knapp 250 Millionen Euro werden in den nächsten fünf Jahren 56 emissionsfreie Hochleistungsinstandhaltungsfahrzeuge in jeweils drei Varianten mit Elektro-Hybridantrieb geliefert.
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Das erste Fahrzeug wurde am Donnerstag in Linz von Judith Engel, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Infrastruktur AG, und Max-Theurer, Geschäftsführer von Plasser & Theurer, präsentiert.
Neuentwickelte Modulbauweise
Mit diesem Auftrag ersetzen die ÖBB ihre seit rund 40 Jahren im Einsatz stehende dieselbetriebene Instandhaltungsflotte, die ebenfalls von Plasser & Theurer gefertigt wurde. Die neuen Fahrzeuge werden für Gleis-, Oberleitungs-, Reparatur- und Montagearbeiten sowie für den Winterdienst und die Brückeninspektion eingesetzt.
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Die völlig neu entwickelte Modulbauweise basiert auf einem einheitlichen Trägerfahrzeug, das je nach Aufgabenstellung in drei Varianten ausgeführt wird. Einzelne Baugruppen sind komplett vormontiert und geprüft und können bei Bedarf in kurzer Zeit ausgetauscht werden. Zur Ausstattung gehören Kräne und Hebebühnen. Darüber hinaus stehen eine Werkstatt sowie eine Sozialkabine mit Küchenzeile und Sanitärbereich zur komfortablen Unterbringung der 11-köpfigen Besatzung auch während der Überführungsfahrt zur Verfügung.
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Die bis zu 120 km/h schnellen Fahrzeuge verfügen über einen Hybridantrieb, der aus Oberleitungsstrom und einer Batterie gespeist wird; letztere hat eine Kapazität für eine komplette Arbeitsschicht. Als Backup ist ein Dieselaggregat eingebaut. Die Fahrzeuge sollen über ganz Österreich verteilt stationiert werden, um auch nach einem Störfall die Strecken rasch wieder freigeben zu können. Für weitere 46 Fahrzeuge wurde eine Kaufoption vereinbart.