"Unsere nächsten größeren strategischen Investitionen werden wir nicht in Europa tätigen, sondern in den USA oder Asien", sagt Michael Mehnert. Er ist Geschäftsführender Gesellschafter der auf Extrusions-Blasformmaschinen spezialisierten Bekum Maschinenfabrik, im niederösterreichischen Traismauer domiziliert. Natürlich sei die Stagnation in Europa bedauerlich, als Familienunternehmen, das 2024 nur einen hauchzarten Gewinn im Europageschäft einfährt, "macht man sich natürlich so seine Gedanken", sagt Mehnert. Europa, erstarrt im Föderalismus, sei, so Mehnert, ein schwieriges Pflaster geworden.
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Das war nicht immer so. Lange Jahre habe der Handel zwischen den Blöcken Wohlstand gebracht. "Europäische Autos und Maschinen gingen nach China, im Gegenzug bekamen wir günstige Konsumwaren", sagt Mehnert. Damit ist es vorbei. Die chinesischen Maschinenbauer für Extrusions-Blasformmaschinen, etwa für die Herstellung von Shampooflaschen, haben technologisch viel zum Abstand europäischer Anbieter aufgeholt - „jedoch mit bis zu 50 Prozent Preisvorteil", so Mehnert.
Bei Standardgerät - also sozusagen der breiten Masse - kommt man in Ausschreibungen in Asien gar nicht mehr zum Zug. "Wir müssen schon in die technologische Spitze gehen wie den Pharma- oder Reinraumbereich, da verbleiben Chancen", sagt er. War die Entscheidung des 2022 verstorbenen Gründers Gottfried Mehnert, in China keine eigene Produktion hochzuziehen sondern nur ein Vertriebsbüro, womöglich falsch? Michael Mehnert glaubt das nicht. Vergleichbare Wettbewerber, die vor 20 Jahren mit einer Produktion nach China gingen, "mussten nur Geld zusetzen". Know-how wurde transferiert und Mitarbeiter wechselten sprunghaft den Arbeitgeber. Trotzdem ist sich Mehnert sicher, dass man heute Werke in den drei globalen Blöcken Europa, Asien und Amerika braucht. Die Übernahme eines Wettbewerbers scheiterte zuletzt übrigens am Preis - ein chinesischer Mitbewerber bot höher um Technologie und den Markennamen zu übernehmen. "Jetzt überlegen wir neu", sagt Mehnert.