Managementtipp zur nachhaltigen Organisationsentwicklung : Organisationsentwicklung: Kein Sand mehr im Getriebe

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Auch die Schnittstelle Mensch und Maschine muss optimiert werden, um beste Ergebnisse zu erzielen.

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Stellen Sie sich eine Organisation als eine gut geschmierte Maschinerie vor. Jede Komponente muss perfekt aufeinander abgestimmt sein, um reibungslos zu funktionieren. Auch die Schnittstelle Mensch und Maschine muss optimiert werden, um beste Ergebnisse zu erzielen. In einer Welt, die sich ständig verändert, ist es für Unternehmen unerlässlich, sich zukunftsfähig aufzustellen und sämtlichen „Sand im Getriebe“ zu beseitigen. Dies kann durch nachhaltige Organisationsentwicklung verwirklicht werden. Nachhaltig ist eine Organisationsentwicklung dann, wenn sie über alle Ebenen hinweg gestaltet wird – also sowohl auf struktureller, zwischenmenschlicher sowie auf individueller Ebene.

Strukturelle Ebene: Effizienz durch passende Organisationsstrukturen

Die Struktur einer Organisation bildet den stabilen Rahmen jeder gut funktionierenden Maschinerie. Dabei gilt: „Structure follows Strategy“, denn Aufbau und Abläufe sollten stets aus der Unternehmensstrategie abgeleitet werden. Es gibt keine universell perfekte Lösung; jedes Unternehmen benötigt eine Governance, die auf dessen Marktumfeld, Produktportfolio und Führungsphilosophie zugeschnitten ist. Je nach Ausrichtung kann eine Holding viele unterschiedliche Rollen übernehmen: vom traditionell steuernden Stammhaus über die strategische Holding, die Synergien schafft und eine gemeinsame Ausrichtung vorgibt, bis hin zur rein finanzorientierten Holding. Ebenso elementar ist das richtige „Sizing“ der Organisationseinheiten. Fachfunktionen sollten schlank genug sein, um flexibel zu agieren, aber gleichzeitig über ausreichend Expertise verfügen, um Stabilität zu gewährleisten. Ein regelmäßiges Überprüfen der Strukturen – mit Blick auf die eigene Historie ebenso wie auf externe Benchmarks – bewahrt Unternehmen vor ineffizienten Überdimensionierungen. Benchmarks dienen dabei als Ausgangspunkt für Diskussionen, aber nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage.

Zwischenmenschliche Ebene: Kultur und die Kraft der Zusammenarbeit

In einer Organisation spielt die Kultur eine ähnliche Rolle wie das Schmiermittel in einer Maschine. Die Kultur kann die Strukturen und Prozesse behindern und die gesamte Organisation ins Stocken bringen, oder, wenn sie sowohl zu den Strukturen als auch zu den Mitarbeitenden passt, die Effizienz und Produktivität erheblich steigern. Kultur umfasst dabei viele Facetten, von den grundlegenden Werten und Überzeugungen bis hin zu den „Ways of Working“. Teams, die auf Vertrauen basieren und Ideen frei austauschen, bewältigen Herausforderungen erfolgreicher und können Unternehmen dabei unterstützen, sich flexibel an Veränderungen anzupassen und so innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mirjam Brandl, Senior Consultant EY People Consulting
"Teams, die auf Vertrauen basieren und Ideen frei austauschen, bewältigen Herausforderungen erfolgreicher." Mirjam Brandl, Senior Consultant EY People Consulting - © www.christinahaeusler.at

Individuelle Ebene: Persönliche Stärken nutzen und fördern

Selbst die beste Maschine liefert keine guten Ergebnisse, wenn sie falsch bedient wird. In einer Organisation sind die Mitarbeitenden der Schlüssel zum Erfolg. Es ist wichtig, deren individuellen Stärken zu erkennen und zu fördern. Fähigkeiten, Verhalten und Mindsets spielen eine zentrale Rolle dabei, wie effektiv ein Team arbeiten kann. Daher sollte man bei der Entwicklung der Mitarbeitenden über klassisches Training hinausgehen und Verhalten, Mindsets, Motivation und Einstellungen als ebenso wichtige Hebel nutzen. Ansätze der Verhaltenswissenschaften können dabei nachhaltige Veränderungen bewirken. Auch das „Wellbeing“ der Mitarbeitenden trägt maßgeblich zur Produktivität eines Unternehmens bei, dieses kann, neben klassischen Kampagnen und Initiativen, durch gelebte „Diversity Equity & Inclusion“ unterstützt werden. Die Motivation hingegen kann durch strategische Incentivierung, welche über das klassische Gehaltssystem hinausgeht (z. B. mit flexiblen Gehaltsanteilen), gesteigert werden. Die ganzheitliche Förderung der Mitarbeitenden und Führungskräfte hilft, deren Potenzial voll auszuschöpfen und die Organisation „bottom-up“ zukunftsfit zu machen.

Tipp: Führen Sie regelmäßig „Health-Checks“ durch, um Stärken und Schwachstellen klar zu identifizieren. Mit klaren KPIs wie Entscheidungsgeschwindigkeit und Mitarbeitenden-Engagement lässt sich die Leistungsfähigkeit der Organisation messbar gestalten. So stellen Sie sicher, dass Ihre Organisation, strukturell, zwischenmenschlich und individuell nicht nur gut aufgestellt ist, sondern sich auch kontinuierlich weiterentwickeln kann.

Autoren:

Benjamin Bernhard ist Senior Manager bei EY-Parthenon und begleitet Unternehmen bei strategischen Transformationsprojekten. 

Mirjam Brandl ist Senior Consultant bei EY People Consulting und unterstützt Unternehmen mit Change Management sowie Kultur & Organisationsentwicklung.

Benjamin Bernhard, Senior Manager EY-Parthenon
"Mit klaren KPIs wie Entscheidungsgeschwindigkeit und Mitarbeitenden-Engagement lässt sich die Leistungsfähigkeit der Organisation messbar gestalten." Benjamin Bernhard, Senior Manager EY-Parthenon - © www.christinahaeusler.at

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