Volkswagen Sparprogramm : Volkswagen-Umbau: Unerwarteter Fortschritt bei Überkapazitäten verändert die Lage in Deutschland

Noch läuft in Osnabrück die Produktion des VW T Roc Cabrio. Doch für die Zeit nach 2027 ist die Zukunft des Werks offen.

Im Volkswagen-Werk Osnabrück läuft die bisherige Fahrzeugproduktion aus. Die Zukunft des Standorts bleibt offen – nun rückt auch Xpeng als möglicher Interessent für europäische Produktionskapazitäten in den Fokus.

- © Volkswagen

Volkswagen kommt beim Abbau seiner Produktionsüberkapazitäten in Deutschland offenbar schneller voran als erwartet. Nach Angaben von VW-Markenchef Thomas Schäfer ist der im Tarifkompromiss von Ende 2024 vereinbarte Kapazitätsabbau weitgehend umgesetzt. Offen bleibt vor allem die Zukunft des Werks Osnabrück, für das weiterhin nach einer Anschlusslösung gesucht wird.

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Ende 2024 hatten sich Volkswagen und die IG Metall nach einem zugespitzten Tarifkonflikt auf ein umfassendes Spar- und Restrukturierungspaket geeinigt. Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen wurden dabei abgewendet. Gleichzeitig sieht die Vereinbarung vor, bis 2030 rund 35.000 Stellen abzubauen und die Produktionskapazität in Deutschland um mehr als 700.000 Fahrzeuge zu reduzieren. Ziel ist eine jährliche Entlastung der Arbeitskosten um rund 1,5 Milliarden Euro. Auch IG Metall und Betriebsrat betonen weiterhin, dass die deutschen Standorte auf Basis dieser Vereinbarung erhalten bleiben sollen.

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VW-Werke im Umbau: Wolfsburg, Zwickau und Emden verlieren Produktionslinien

Der Kapazitätsabbau erfolgte nach bisherigen Angaben vor allem über weniger Produktionslinien und Schichten, nicht über komplette Fabrikschließungen. In Zwickau und Emden wurde die Fertigung demnach jeweils von zwei Linien auf eine Linie reduziert. In Wolfsburg produziert VW nur noch auf zwei statt zuvor vier Linien. In Dresden ist die Fahrzeugproduktion in der Gläsernen Manufaktur beendet; dort soll künftig ein Innovationscampus entstehen.

Der frei werdende Platz im Stammwerk Wolfsburg könnte für das Projekt „Gamechanger“ genutzt werden. Dahinter steht ein neues Produktionskonzept, mit dem Volkswagen künftige Modelle schneller und effizienter bauen will. Als Bestandteil gilt unter anderem der Einsatz von Großgussverfahren, häufig auch Megacasting genannt. Dabei werden größere Karosseriestrukturen aus wenigen großen Gussteilen gefertigt, statt viele Einzelteile zusammenzufügen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die kommende Elektroplattform SSP. Nach bisherigen Aussagen von Schäfer sollen zunächst Premiummarken des Konzerns wie Audi und Porsche Fahrzeuge auf SSP-Basis bringen, bevor die Marke Volkswagen folgt. Der elektrische Golf wird deshalb nicht schon 2028 erwartet. Schäfer sagte auf der „Future of the Car“-Konferenz der Financial Times, Volkswagen brauche 2028 noch keinen elektrischen Golf; der Marktstart verschiebt sich damit auf das Ende des Jahrzehnts.

VW-Werk Osnabrück: Xpeng rückt als mögliche Schlüsselchance in den Fokus

Besonders unklar bleibt die Lage in Osnabrück. Dort läuft die bisherige Fahrzeugproduktion aus, eine dauerhafte Nachfolgenutzung ist noch nicht gesichert. VW-Chef Oliver Blume hatte zuletzt auch Gespräche mit Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie ins Spiel gebracht. Eine Entscheidung über die Zukunft des Standorts soll Medienberichten zufolge noch 2026 fallen.

Parallel rückt Xpeng als möglicher Interessent für europäische Produktionskapazitäten in den Fokus. Der chinesische Elektroautohersteller spricht laut Financial Times und Reuters mit Volkswagen und weiteren Herstellern über ein Werk in Europa. Xpeng lässt derzeit Modelle beim Auftragsfertiger Magna Steyr in Österreich bauen; diese Kapazitäten stoßen laut Bericht an Grenzen. Xpeng-Manager Elvis Cheng bestätigte Gespräche mit Volkswagen über einen möglichen europäischen Standort, nannte Osnabrück aber nicht ausdrücklich.

Für Volkswagen wäre eine externe Nutzung nicht ausgelasteter Werke ein möglicher Weg, Überkapazitäten abzubauen, ohne Standorte vollständig aufzugeben. Für Xpeng wiederum könnte eine europäische Fertigung helfen, die Expansion auf dem Kontinent abzusichern. Ob daraus tatsächlich eine Lösung für Osnabrück entsteht, ist jedoch offen. Bislang gibt es weder eine bestätigte Übernahme noch eine konkrete Produktionszusage.

Das Volkswagen-Werk Osnabrück steht vor einer ungewissen Zukunft. Während VW seine Überkapazitäten schneller abbaut als erwartet, wird weiter nach einer tragfähigen Anschlusslösung für den Standort gesucht.

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