KTM Insolvenz : KTM-Stellenabbau: So drastisch wirkt der Sparkurs auf Mitarbeiter und Management
Die KTM AG führt ihre Neuausrichtung fort und baut dazu rund 500 Beschäftigte ab - zwei Drittel davon in Österreich
- © APA/MANFRED FESLDie KTM AG setzt ihre strategische Neuausrichtung fort und kündigt den Abbau von rund 500 Arbeitsplätzen an – etwa zwei Drittel davon in Österreich. Wie die Muttergesellschaft Bajaj Mobility AG (ehemals Pierer Mobility AG) am Dienstagabend bekannt gab, sind vor allem Angestellte sowie Beschäftigte im mittleren Management betroffen. Frühwarnmeldungen wurden bereits beim Arbeitsmarktservice (AMS) eingereicht.
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Von indischer Seite wurde schon mehrmals angedeutet, dass bei KTM personell noch weitere Einschnitte bevorstehen dürften. Betroffenen Mitarbeitenden steht eine von Land Oberösterreich und AMS finanzierte Stiftung für die Automotive-Branche zur Verfügung, die derzeit noch über mehr als 300 freie Plätze verfügt.
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KTM nach der Insolvenz: So will der Konzern den Neustart sichern
Als Hauptgründe für den Schritt nennt Bajaj Mobility die „nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch die Senkung der Fixkosten, die Straffung von Strukturen“ sowie eine gezielte Fokussierung des Produktportfolios. „Die KTM AG setzt im Zuge eines Effizienzprogramms schwierige, aber notwendige Maßnahmen, um nach der Insolvenz der KTM AG Ende 2024 den erfolgreichen Neubeginn aus dem Vorjahr 2025 fortzusetzen“, heißt es in der Mitteilung.
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Zum Jahresende 2025 wird ein Personalstand von 3.794 Beschäftigten angestrebt. CEO Gottfried Neumeister betonte die strategische Notwendigkeit der Entscheidung: „um unsere Kosten zu senken, Strukturen zu verschlanken und das Unternehmen damit langfristig stabil aufzustellen.“
Schlanker Kurs: Warum KTM eine komplette Führungsebene streicht
„Wir reduzieren in allen Bereichen an Komplexität“, erklärte Neumeister weiter. Dies betreffe unter anderem die Modellpalette, IT-Infrastruktur und Abteilungsorganisation – insbesondere durch den Wegfall einer kompletten Führungsebene. Ziel sei eine konsequente Ausrichtung auf das Kerngeschäft mit den Marken KTM, GASGAS und Husqvarna.
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Am Dienstag wurde zudem offiziell bekannt gegeben, dass die Pierer Mobility AG, Muttergesellschaft des oberösterreichischen Motorradherstellers, künftig unter dem Namen Bajaj Mobility AG firmiert. Die Umbenennung sowie die Verlegung des Unternehmenssitzes stehen im Zusammenhang mit der Mehrheitsübernahme durch die indische Unternehmensgruppe Bajaj. Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet Bajaj Mobility mit einem Konzernumsatz von etwas über einer Milliarde Euro – ein Rückgang von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die vorläufigen Geschäftszahlen der Unternehmensgruppe sollen am 29. Jänner veröffentlicht werden.
Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) äußerte sich am Mittwoch zu den angekündigten Maßnahmen. Von den ursprünglich eingerichteten 400 Stiftungsplätzen für von der Insolvenz betroffene Beschäftigte seien noch über 300 verfügbar. Die Umsetzung der Restrukturierung sei „eine schmerzliche Nachricht für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, jedoch solle das eingerichtete Sicherheitsnetz „rasch wieder eine Perspektive geben.“