Industrie : EU will Industriespionage eindämmen

"Wir müssen unser Wissen schützen", sagte EU-Kommissar Tajani. Besonders bei Versuchen, Technologiefirmen zu übernehmen, müsse man misstrauisch sein. Der Italiener sieht hinter der gezielten Übernahme von High-Tech-Firmen durch China oder arabische Staatsfonds "eine politische Strategie, auf die Europa auch politisch antworten muss". Vor allem das Interesse Chinas an westlichen Schlüsseltechnologien sei alarmierend. Deshalb sei der Verkauf von europäischem Unternehmens-Know-how immer auch Sache der Politik, mahnte Tajani. China verfügt über Devisenreserven von umgerechnet fast 2,6 Billionen Euro. 1600 Angriffe Die Spionageabwehr hat nach Informationen der "WAZ"-Gruppe von Jänner bis September des ablaufenden Jahres 1.600 Angriffe auf PC und Rechner von deutschen Ministerien und anderen Behörden festgestellt. Das seien fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2009. Damals wurden 900 Attacken erkannt. Die Angreifer versuchten, an interne politische, militärische und wirtschaftliche Daten zu gelangen. Hinter den Angriffen steckten zum größten Teil staatliche Stellen in China, sagte eine Sprecherin des deutschen Bundesamtes für Verfassungsschutz der "WAZ". Die Behörde beobachte diese Entwicklung bereits seit 2005. Sie gehe von einer hohen Dunkelziffer aus. (APA/red)