Energiewirtschaft

Energiewirtschaft fordert Finanzhilfen für Kraftwerksreserven

Österreich sei im Jänner zwei Wochen lang auf Stromimporte aus dem Ausland angewiesen gewesen: "Alarmstufe gelb", so Vertreter der heimischen Energiewirtschaft. Der Branchenverband Oesterreichs Energie fordert mehr Geld für Reserven - und verweist darauf, dass der Standort noch lange auf thermische Kraftwerke angewiesen sein werde.

Die heimische E-Wirtschaft bekennt sich angesichts der kritischen Stromversorgung in der kalten Jahreszeit zu ausreichenden Reserven an gesicherter Kraftwerksleistung - aber nur gegen entsprechende finanzielle Honorierung. Der vom Regulator E-Control aufgezeigte Mangel an Leistung im Jänner sei ein "Alarmsignal" und eine Bestätigung der Position von Oesterreichs Energie, so der Interessenverband.

Der kalte Winter habe erstmals deutlich gemacht, wie stark Österreich bezüglich Versorgungssicherheit bereits vom Ausland abhängig sei, erklärte Generalsekretärin Barbara Schmidt.

"Thermische Kraftwerke unverzichtbar"

Die E-Control hatte mit Bezug auf Daten des Übertragungsnetzbetreibers APG darauf hingewiesen, dass im Jänner rund 14 Tage lang Alarmstufe "gelb" in der Stromversorgung bestanden habe und diese letztlich nur mithilfe von Importen gesichert gewesen sei - wegen zu wenig thermischem und Erneuerbaren-Strom.

Es müsse eine Absicherung für die hoch effizienten und flexiblen thermischen Einheiten im Land geben, erinnerte Schmidt an die Forderung in der Stromstrategie von Oesterreichs Energie. Thermische Kraftwerke seien unverzichtbar, das habe auch die Regulierungsbehörde öffentlich ausgesprochen. Österreich brauche noch für Jahrzehnte mindestens 15 Prozent Strom aus thermischen Anlagen. Die dafür benötigte Kraftwerksleistung müsse jedoch "ihrer Bedeutung entsprechend honoriert werden".

Eine strategische Reserve halte man für richtig, damit die benötigte Kraftwerksleistung auch bei ungünstigem Marktumfeld längerfristig bereitgehalten werden könne, um Knappheiten auszugleichen. Einen Rahmen dafür sollte die für Juni geplante Energie- und Klimastrategie vorsehen, so Schmidt. (apa/red)

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