Maschinenbau Stellenabbau 2026 : Stellenabbau bei IMA Schelling: Bittere Folgen der US-Zollpolitik

Aussenansicht IMA Schelling Group Luebbecke Schwarzach

Der weltweit tätige Maschinenbauer IMA Schelling mit Hauptstandorten in Lübbecke (Nordrhein-Westfalen) und Schwarzach (Bezirk Bregenz) baut gut hundert Stellen ab.

- © IMA Schelling

Der international tätige Maschinenbaukonzern IMA Schelling, mit zentralen Standorten in Lübbecke (Nordrhein-Westfalen) und Schwarzach (Bezirk Bregenz), streicht über 100 Arbeitsplätze. Besonders stark betroffen ist der Standort Lübbecke, während in Schwarzach 30 Stellen wegfallen, wie die "Vorarlberger Nachrichten" am Donnerstag berichteten. Als Hauptursache nannte Geschäftsführer Maximilian Lehner die aktuelle Auftragslage. Das Unternehmen ist auf Anlagenlösungen für die holz-, metall- und kunststoffverarbeitende Industrie spezialisiert.

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US-Zölle, Flaute in der Möbelindustrie und hohe Löhne setzen IMA Schelling massiv unter Druck

Insbesondere der wichtige Markt in den USA sei durch die Zollpolitik stark eingebrochen. Hinzu kämen eine weiterhin schwache Nachfrage in der Möbelindustrie sowie gestiegene Lohnkosten in den vergangenen Jahren. „Die Kosten sind in die Höhe geschnellt, das macht uns sehr zu schaffen, wir mussten reagieren“, wird Lehner zitiert. Besonders betroffen vom Umsatzrückgang sei 2023 der Bereich für Serienmaschinen zur Holzbearbeitung gewesen, während sich der Sonderanlagenbau positiv entwickle.

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IMA Schelling, das seit dem Zusammenschluss von IMA und Schelling im Jahr 2015 kontinuierlich gewachsen sei, beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 2.000 Mitarbeitende, davon etwa 390 in Schwarzach. Ein Teil des Personalabbaus soll durch das Nichtnachbesetzen offener Stellen erfolgen, Kündigungen seien jedoch nicht vollständig zu vermeiden, heißt es weiter. Eine spürbare Erholung der Auftragslage wird für das laufende Jahr nicht erwartet.

Maximilian Lehner, IMA Schelling 

- © IMA Schelling

IMA Schelling bleibt Technologieführer in der Nische

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen blickt Geschäftsführer Maximilian Lehner mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft: Zwar seien Standardprodukte und Einzelmaschinen aktuell schwerer verkäuflich, bei langfristig planenden Großkunden würden Investitionen jedoch weiterverfolgt. „Größere Projekte werden weiterverfolgt, wenn auch mit mehr Vorsicht“, erklärte Lehner im Gespräch mit dem Industriemagazin im Juni 2025. Man plane, ab 2026 wieder zu wachsen. 

Parallel dazu arbeite das Unternehmen an Effizienzsteigerungen, unter anderem durch Prozessoptimierungen, altersbedingte Ausstiege und freiwillige Aufhebungsvereinbarungen. Die Gründung eines neuen Standorts in Indien zur Softwareentwicklung und Marktbearbeitung sei Teil der Strategie, die Wertschöpfung international breiter aufzustellen.

Laut Unternehmensangaben verfügt die IMA Schelling Group über 18 Vertriebs-, Service- und Produktionsgesellschaften weltweit. In ihrem Marktsegment gilt sie laut Bericht als globaler Markt- und Technologieführer. Im Jahr 2024 belief sich der Gesamtumsatz auf 395 Millionen Euro.