Elektroauto 800 Volt Österreich : Mercedes unter 48.000 Euro: Wie 800 Volt plötzlich in die E-Auto-Mittelklasse rutscht
Mercedes bringt 800-Volt-Technik unter die 50.000-Euro-Marke: Der neue GLA 200 electric startet in Österreich bei 47.870 Euro und soll ab November auf den Markt kommen.
- © MercedesLange Zeit war die 800-Volt-Technik bei Elektroautos vor allem teuren Oberklassemodellen vorbehalten. Porsche Taycan, Audi e-tron GT oder große elektrische SUV demonstrierten, welche Ladeleistungen mit einer entsprechend ausgelegten Hochvoltarchitektur möglich sind. Mittlerweile wandert die Technik jedoch zunehmend in günstigere Fahrzeugklassen. Auch in Österreich gibt es inzwischen mehrere Elektroautos mit 800-Volt-System, die für weniger als 50.000 Euro erhältlich sind – zumindest in der Einstiegsversion oder im Rahmen aktueller Herstelleraktionen.
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Der wichtigste Vorteil einer höheren Systemspannung zeigt sich beim Schnellladen. Für dieselbe elektrische Leistung ist bei 800 Volt weniger Stromstärke notwendig als bei einem 400-Volt-System. Das kann Kabel, Leistungselektronik und Thermomanagement entlasten und ermöglicht hohe Ladeleistungen. Allerdings ist die Spannung allein kein Garant für kurze Ladestopps. Entscheidend sind unter anderem Batteriegröße, Zellchemie, Temperaturmanagement und vor allem die Ladekurve. Deshalb ist die Zeit von zehn auf 80 Prozent in der Praxis häufig aussagekräftiger als eine spektakuläre maximale Kilowatt-Angabe.
Gerade für österreichische Fahrerinnen und Fahrer, die regelmäßig längere Strecken auf der Westautobahn, Südautobahn oder ins benachbarte Ausland zurücklegen, kann eine hohe Ladegeschwindigkeit einen spürbaren Unterschied machen. Und inzwischen muss der Einstieg in die 800-Volt-Klasse nicht mehr 60.000 oder 70.000 Euro kosten.
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BYD Atto 3 Evo: 800 Volt, 510 Kilometer Reichweite und ein Kampfpreis für Österreich
Einer der bemerkenswertesten Neuzugänge ist der BYD Atto 3 Evo. Mit dem bisherigen Atto 3 hat die technisch stark überarbeitete Version beim Laden nur noch wenig gemeinsam: BYD setzt beim Evo auf eine neue 800-Volt-Architektur und eine 74,8 kWh große Blade Battery mit LFP-Zellchemie. An einer geeigneten Schnellladesäule sind bis zu 220 kW DC möglich. Den Ladehub von zehn auf 80 Prozent gibt der Hersteller mit rund 25 Minuten an.
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Die heckgetriebene Variante Design leistet 230 kW beziehungsweise 313 PS, beschleunigt in 5,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht maximal 180 km/h. Nach WLTP sind bis zu 510 Kilometer Reichweite möglich. Wer mehr Leistung möchte, bekommt mit dem Excellence einen Allradantrieb mit zwei Motoren, 330 kW beziehungsweise 449 PS und 560 Nm Drehmoment. Damit fällt die 100-km/h-Marke bereits nach 3,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit steigt auf 200 km/h. Die Normreichweite reduziert sich im Gegenzug auf 470 Kilometer. Zusätzlich kann der Atto 3 Evo bis zu 1.500 Kilogramm gebremste Anhängelast ziehen und externe Geräte über Vehicle-to-Load mit Strom versorgen.
Preislich wird es besonders interessant. Der ÖAMTC führt den Atto 3 Evo Design mit einem Listenpreis von 42.990 Euro. BYD Austria bewirbt das Modell derzeit sogar ab 35.990 Euro. Dieser Betrag ist allerdings kein bedingungsloser Barpreis: Er berücksichtigt unter anderem Leasing-, Versicherungs- und Eintauschboni; außerdem kommt das Österreich-Paket um 690 Euro hinzu. Käufer sollten daher genau prüfen, welche Boni im individuellen Fall tatsächlich nutzbar sind.
Hyundai Ioniq 5: Warum der 800-Volt-Pionier jetzt besonders günstig wird
Dass ausgerechnet der technisch aufwendige Hyundai Ioniq 5 mittlerweile zu den preislich attraktivsten 800-Volt-Elektroautos Österreichs zählt, zeigt, wie stark sich der Markt verändert hat. Der Ioniq 5 basiert auf der E-GMP-Plattform und verfügt bereits seit seiner Einführung über eine 800-Volt-Architektur. Hyundai gibt für das Schnellladen von zehn auf 80 Prozent unter passenden Bedingungen rund 18 Minuten an.
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In Österreich gibt es den Ioniq 5 mit 63-kWh- und 84-kWh-Batterie. Die Einstiegsversion Smart Line mit 63 kWh, Heckantrieb und 125 kW beziehungsweise 170 PS steht laut österreichischer Preisliste mit 45.990 Euro UVP in der Liste. Der 84-kWh-Hecktriebler mit 168 kW beziehungsweise 229 PS beginnt bei 49.990 Euro. Mit dem größeren Akku sind je nach Variante bis zu 570 Kilometer WLTP-Reichweite möglich. Hyundai bietet außerdem Allradmodelle mit bis zu 239 kW beziehungsweise 325 PS an.
Noch interessanter ist die aktuelle Aktion: Hyundai Austria bewirbt den Ioniq 5 Smart Line derzeit ab 35.490 Euro. Dieser Preis setzt allerdings den maximalen „Superbonus“ voraus. Darin stecken unter anderem Finanzierungs-, Versicherungs- und Eintauschvorteile. Die derzeit veröffentlichten Konditionen gelten für Kaufverträge bis 31. August 2026 beziehungsweise solange der Vorrat reicht. Wer bar kauft oder kein Fahrzeug eintauscht, sollte daher mit einem entsprechend höheren tatsächlichen Kaufpreis rechnen.
Kia EV6: 18 Minuten Ladezeit und 800 Volt bleiben sein stärkstes Argument
Der Kia EV6 gehört zu den Modellen, die die 800-Volt-Technik überhaupt erst in vergleichsweise erschwingliche Fahrzeugklassen gebracht haben. Auch er basiert auf der E-GMP-Plattform des Hyundai-Kia-Konzerns. Das aktuelle Modellprogramm umfasst unter anderem einen Hecktriebler mit 62,9-kWh-Batterie und 125 kW beziehungsweise 170 PS sowie Varianten mit 84-kWh-Akku. Der große Akku lässt sich mit 168 kW beziehungsweise 229 PS starkem Heckantrieb oder mit Allradantrieb kombinieren. Kia nennt für die reichweitenstärksten Versionen bis zu 582 Kilometer nach WLTP.
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Eine Stärke bleibt die Ladegeschwindigkeit: Für den Hub von zehn auf 80 Prozent nennt Kia rund 18 Minuten. Um die maximale Ladegeschwindigkeit auszuschöpfen, weist der Hersteller darauf hin, dass eine geeignete 800-Volt-Schnellladesäule mit mindestens rund 260 kW verfügbarer Leistung erforderlich ist. Damit gehört der EV6 auch mehrere Jahre nach seinem Marktstart weiterhin zu den besonders schnell ladenden Elektroautos seiner Preisklasse.
In Österreich startet der EV6 Air aktuell bei einem Listenpreis von 49.190 Euro. Kia weist zugleich einen Preisvorteil von bis zu 10.900 Euro aus, der sich aus verschiedenen Aktions-, Finanzierungs- und Versicherungsboni zusammensetzt. Unter Erfüllung der jeweiligen Voraussetzungen ergibt sich damit rechnerisch ein Einstiegspreis von 38.290 Euro. Die derzeit veröffentlichten österreichischen Aktionsbedingungen laufen bis 30. September 2026.
Smart #5 Pro+: 100-kWh-Akku und 800 Volt knapp unter 50.000 Euro
Beim Smart #5 ist genaueres Hinsehen notwendig. Denn der günstige #5 Pro für 44.600 Euro zählt trotz seines attraktiven Preises nicht zu den hier gesuchten 800-Volt-Modellen. Die Basisversion besitzt eine 76-kWh-LFP-Batterie und eine andere Hochvoltauslegung. Erst ab dem #5 Pro+ kombiniert Smart den großen 100-kWh-Akku mit der modernen 800-Volt-Plattform.
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Der Pro+ kostet in Österreich 49.600 Euro brutto und bleibt damit knapp unter der 50.000-Euro-Grenze. Dafür gibt es 267 kW beziehungsweise 363 PS, Heckantrieb und eine WLTP-Reichweite von bis zu 590 Kilometern. Von zehn auf 80 Prozent soll die Batterie unter optimalen Bedingungen in etwa 18 Minuten geladen werden können. Die 800-Volt-Ausführungen des #5 sind für DC-Ladeleistungen von bis zu 400 kW ausgelegt – ein außergewöhnlich hoher Wert in dieser Preisklasse.
Wer mehr Ausstattung oder Allrad möchte, landet allerdings über 50.000 Euro. Der #5 Premium kostet bei Pappas derzeit 54.100 Euro, ebenso der 432 kW starke Pulse mit Allradantrieb. Der BRABUS mit 475 kW beziehungsweise 646 PS wird mit 59.600 Euro geführt.
Mercedes GLA electric: 800 Volt mit Stern ab 47.870 Euro in Österreich
Überraschend schafft es auch Mercedes-Benz unter die 50.000-Euro-Marke. Der neue GLA 200 electric ist in Österreich seit dem 30. Juli 2026 bestellbar und soll im November auf den Markt kommen. Mercedes verlangt für die Einstiegsversion 47.870 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Damit liegt der neue elektrische GLA sogar unter der psychologisch wichtigen 50.000-Euro-Grenze.
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Die technische Grundlage bildet die neue elektrische Architektur, die auch beim CLA zum Einsatz kommt und mit 800 Volt arbeitet. Im GLA 200 kombiniert Mercedes einen 165 kW beziehungsweise 224 PS starken Heckantrieb mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 58 kWh. Der Akku verwendet LFP-Zellen. Die österreichische Modellseite nennt bis zu 445 Kilometer WLTP-Reichweite, eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8,1 Sekunden und 210 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Laden von zehn auf 80 Prozent soll etwa 20 Minuten dauern.
Darüber rangiert der GLA 250+ für 53.510 Euro. Er erhält einen 85-kWh-Akku, 200 kW beziehungsweise 272 PS und kommt laut Mercedes auf bis zu 655 Kilometer WLTP-Reichweite. Die 800-Volt-Architektur ermöglicht je nach Ausführung DC-Ladeleistungen von bis zu 320 kW. Eine technische Besonderheit sollten Langstreckenfahrer allerdings kennen: Für das Laden an reinen 400-Volt-DC-Säulen ist beim neuen GLA ein entsprechender DC-Wandler vorgesehen, der ausstattungsabhängig beziehungsweise optional ist.
800 Volt ist kein Luxus mehr: Worauf Käufer bei Elektroautos jetzt achten müssen
Der österreichische Markt zeigt deutlich, wie schnell die 800-Volt-Technik in niedrigere Preisklassen wandert. Mit regulären Einstiegspreisen von unter 50.000 Euro sind inzwischen Modelle von BYD, Hyundai, Kia, Smart und sogar Mercedes-Benz verfügbar. Durch Herstelleraktionen können einzelne Fahrzeuge vorübergehend sogar in Regionen um 35.000 bis 40.000 Euro rutschen. Allerdings sind solche Aktionspreise nur eingeschränkt miteinander vergleichbar, weil sie häufig Finanzierung, Versicherung oder Eintausch voraussetzen.
Wer ein Elektroauto für häufige Langstrecken sucht, sollte deshalb nicht ausschließlich auf die Zahl „800 Volt“ oder eine maximale Ladeleistung von 300 oder 400 kW achten. Wichtiger sind die tatsächlich erzielbare Ladezeit von zehn auf 80 Prozent, eine funktionierende Batterie-Vorkonditionierung, die Reichweite bei Autobahntempo und die Verfügbarkeit geeigneter Schnelllader entlang der regelmäßig gefahrenen Strecken.
Gerade hier zeigen die aktuellen Modelle, wie groß die Auswahl inzwischen geworden ist: Der BYD Atto 3 Evo verbindet einen vergleichsweise niedrigen Preis mit 510 Kilometern Normreichweite, Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6 gehören mit rund 18 Minuten Ladezeit weiterhin zu den Langstreckenspezialisten, der Smart #5 Pro+ kombiniert 800 Volt mit einem besonders großen 100-kWh-Akku, und Mercedes bringt die Technik mit dem GLA 200 electric erstmals zu einem österreichischen Einstiegspreis von weniger als 48.000 Euro. Die Zeiten, in denen 800-Volt-Technik automatisch ein Elektroauto der Oberklasse bedeutete, sind damit endgültig vorbei.
800-Volt-Elektroautos im Vergleich: Preis, Reichweite und Ladezeit
Der Smart #5 Pro+ bietet die höchste nominelle Ladeleistung und den größten Akku, während der BYD Atto 3 Evo ein besonders starkes Verhältnis aus Leistung, Reichweite und Preis liefert. Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6 punkten vor allem mit sehr kurzen Ladezeiten. Der Mercedes GLA 200 electric wiederum bringt die 800-Volt-Technik überraschend knapp unter die 50.000-Euro-Marke.
| Modell | Preis in Österreich* | Antrieb / Leistung | Batterie | WLTP-Reichweite | DC-Ladeleistung | 10–80 % | 0–100 km/h |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| BYD Atto 3 Evo Design | ab 42.990 € Liste / ab 35.990 € mit Boni | Heck, 230 kW / 313 PS | 74,8 kWh | bis 510 km | bis 220 kW | ca. 25 Min. | 5,5 s |
| Kia EV6 Air | ab 49.190 € Liste / rechnerisch ab 38.290 € mit Boni | Heck, 125 kW / 170 PS | 62,9 kWh | bis ca. 428 km | bis ca. 195 kW | ca. 18 Min. | ca. 8,7 s |
| Smart #5 Pro+ | ab 49.600 € | Heck, 267 kW / 363 PS | 100 kWh | bis 590 km | bis 400 kW | ca. 18 Min. | 6,5 s |
| Mercedes GLA 200 electric | ab 47.870 € | Heck, 165 kW / 224 PS | 58 kWh nutzbar | bis 445 km | bis 200 kW | ca. 20 Min. | 8,1 s |