Frauenthal Verkauf Automotive-Sparte : Frauenthal: Verkauf der Automotive-Sparte bringt bitteres Minus

Frauenthal Zulieferer Automotive

Der Verkauf der Automotive-Sparte belastet Frauenthal 2025 mit bis zu 45 Mio. Euro.

- © Frauenthal

Der Verkauf der Automotive-Sparte hat der börsennotierten Frauenthal Holding im Jahr 2025 unter dem Strich einen erheblichen Verlust beschert. Wie das Unternehmen am Dienstag bekanntgab, wird das Konzernergebnis voraussichtlich zwischen minus 35 und minus 40 Millionen Euro liegen. Während der Umsatz im verbliebenen Handelsgeschäft auf rund 790 Millionen Euro zurückging, konnte das operative Ergebnis (EBIT) dort dank eingeleiteter Sparmaßnahmen auf 12 bis 14 Millionen Euro gesteigert und damit verdoppelt werden.

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Hauptursache für den deutlichen Fehlbetrag ist der am 23. Dezember 2025 abgeschlossene Verkauf der Division Frauenthal Automotive. Dieser Geschäftsbereich wird nun als "aufgegebener Geschäftsbereich" geführt. Allein aus der Veräußerung dieser Sparte entstand ein Verlust von rund 42 Millionen Euro. Insgesamt bewegt sich das Jahresergebnis des aufgegebenen Geschäftsbereichs in einer Spanne von minus 41 bis minus 43 Millionen Euro.

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Frauenthal Marktsituation bleibt „nachhaltig angespannt“

In den fortgeführten Geschäftsbereichen – insbesondere in der Division Frauenthal Handel – sieht sich das Unternehmen weiterhin mit einer "nachhaltig angespannten Marktsituation" konfrontiert. Der Umsatz sank hier von 807 Millionen Euro im Vorjahr auf voraussichtlich 790 Millionen Euro.

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Trotz des Umsatzrückgangs verbesserte sich das operative Ergebnis deutlich: Für die fortzuführenden Bereiche wird ein EBIT zwischen 12 und 14 Millionen Euro erwartet, nachdem es 2024 noch bei 6,5 Millionen Euro gelegen hatte. Das Management führt diese Entwicklung auf bereits im Jahr 2024 eingeleitete Kostensenkungsmaßnahmen zurück, die eine Ergebnisverbesserung trotz sinkender Erlöse ermöglichten.

Mit einer raschen Markterholung rechnet der Vorstand jedoch nicht. Aus heutiger Sicht sei im laufenden Jahr nicht von einer Verbesserung der Situation auszugehen, hieß es weiter. Die endgültigen Zahlen sowie der Geschäftsbericht sollen am 29. April 2026 veröffentlicht werden.

Frauenthal Neuausrichtung: Warum die Automotive-Sparte verkauft wurde

Im Geschäftsjahr 2024 trug die Automotive-Division 207,3 Millionen Euro zum Konzernumsatz bei. Im ersten Halbjahr 2025 belief sich der Beitrag auf 110,6 Millionen Euro. Die Transaktion dürfte das Konzernergebnis voraussichtlich mit einem negativen Effekt von 40 bis 45 Millionen Euro belasten. Gleichzeitig soll sich die Eigenkapitalquote des Konzerns infolge der Entkonsolidierung um etwa zwei bis drei Prozentpunkte erhöhen. Bereits im Juni hatte Frauenthal angekündigt, einen Verkauf des Automotive-Geschäfts zu prüfen.

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Frauenthal hatte sich zum Verkauf seiner Automotive-Sparte entschlossen, um die strategische Ausrichtung des Konzerns zu schärfen und sich künftig stärker auf das Handelsgeschäft zu konzentrieren. Der Automotive-Bereich war in einem herausfordernden Marktumfeld tätig, das von hoher Volatilität, steigenden Kosten und strukturellen Veränderungen in der Automobilindustrie geprägt ist. Gleichzeitig band die Sparte Kapital und Managementressourcen, während die Ertragslage unter Druck stand. 

Durch die Veräußerung und die damit verbundene Entkonsolidierung soll die Bilanzstruktur verbessert werden; insbesondere wird eine Stärkung der Eigenkapitalquote um mehrere Prozentpunkte erwartet. Zwar führt der Verkauf kurzfristig zu einem erheblichen negativen Ergebniseffekt, langfristig soll er jedoch die finanzielle Stabilität erhöhen und die Komplexität des Konzerns reduzieren. Bereits im Vorfeld hatte das Unternehmen angekündigt, strategische Optionen für den Automotive-Bereich zu prüfen. Der nun vollzogene Schritt ist somit Teil einer Neuausrichtung, mit der Frauenthal seine Ressourcen auf weniger zyklische und besser steuerbare Geschäftsbereiche fokussieren will.