Luftfahrtindustrie

Mit Aktien von Varta: Michael Tojner stärkt Montana Aerospace

Michael Tojner hat ein kleines Aktienpaket seiner Mehrheitsbeteiligung am deutschen Batteriehersteller Varta verkauft. Mit dem Geld will der österreichische Investor die Luftfahrtsparte Montana Aerospace stärken und "für das Herausstarten aus der Krise rüsten."

Der österreichische Investor Michael Tojner hat ein kleines Aktienpaket seiner Mehrheitsbeteiligung am deutschen Batteriehersteller Varta verkauft. Dabei sei es um ein bis zwei Prozent des Gesamtbestandes gegangen, heißt es seitens Tojners Industriegruppe Montana Tech Components gegenüber dem INDUSTRIEMAGAZIN. Der Verkauf sei bereits abgeschlossen.

"Die Varta AG entwickelt sich großartig und hat dank der Technologieführerschaft im Bereich Mikrobatterien noch ein steiles Wachstum vor sich. In den kommenden Jahren soll Varta auch im Rennen um die große Zelle für Elektroautos, Speicherlösungen oder Power Tools ganz vorne dabei sein", erklärte dazu Michael Tojner, Mehrheitseigentümer und Aufsichtsratsvorsitzender des Herstellers. Aktuelle Details: Michael Tojner: "Signifikante Dividende" für Aktionäre von Varta

Erlös ist für Montana Aerospace bestimmt

Den Erlös aus dem jüngsten Aktienverkauf will der Investor in die Sparte Montana Aerospace investieren. Das Ziel des Verkaufs sei es gewesen, Liquidität für das weitere Wachstum der Industriegruppe zu schaffen, so Tojner. Dazu sei auch für das kommende Jahr keine Ausschüttung aus der Montana Tech Components geplant.

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"Wir sehen derzeit die große Chance, unsere Unternehmen im Aerospace-Segment für das Herausstarten aus der Covid-Krise zu rüsten. Wenn die Pandemie bezwungen ist und die globale Mobilität der Menschen wieder möglich ist, dann wollen wir mit unseren hochqualitativen Materialexperten ein starker und leistungsfähiger Zuliefer-Partner für die Luftfahrtindustrie sein", so Tojner.

Eckdaten zu Montana Aerospace und der Gruppe

Montana Aerospace ist neben Varta und Aluflexpack eine von drei Unternehmenseinheiten der Industriegruppe Montana Tech Components. Die Luftfahrtsparte besteht ihrerseits aus zwei Konzernteilen: Die Divison Universal Alloy produziert mit 1800 Mitarbeitern in drei Werken in Rumänien und den USA Aluminiumprofile und einbaufertige Strukturen für die Luftfahrt. Die Division Alpine Metal Tech produziert Brandsimulatoren und Verschleissteile für die Luftfahrtindustrie.

Spekulationen über Zusammenführung mit Airbus-Tochter

Wie von INDUSTRIEMAGAZIN berichtet, hatte es zuletzt Spekulationen über einen Einstieg von Montana Tech bei Premium Aerotec gegeben. Dieser konzerneigene Zulieferer von Airbus ist mit rund 3.800 Mitarbeitern in vier Teilwerken einer der weltweit größten Zulieferer für Großbauteile für den europäischen Flugzeugbauer. Konzernsitz von Premium Aerotec ist Augburg. Aktuell ist Premium Aerotec, wie auch Airbus selbst, aufgrund der angespannten Lage am Luftfahrtsektor zu Einsparungen gezwungen.

Medienberichten zufolge hat es im heurigen Herbst Gespräche zwischen Tojner und dem deutschen Wirtschaftsminister Peter Altmaier über einen möglichen Einstieg gegeben. Der deutsche Staat ist mit elf Prozent an Premium Aerotec beteiligt. Demnach soll Tojner vorgeschlagen haben, gemeinsam mit der deutschen Bundesregierung und weiteren Partnern eine Kapitalerhöhung bei Premium Aerotec durchzuführen. Dieses Kapital sollte dann dazu genutzt werden, um weitere Unternehmen unter dem Dach einer neuen Gemeinschaftsfirma inklusive der bestehenden Teile von Montana Aerospace zu bündeln und dieses später an die Börse zu bringen. Weitere Details dazu: Michael Tojner will Luftfahrtsparte mit Airbus-Tochter zusammenführen >>

Montana Tech bestätigt "Gesprächsbasis" mit Berlin

Diese Spekulationen treffen jedoch nicht zu, heißt es aus der Montana Tech Gruppe gegenüber dem INDUSTRIEMAGAZIN. "Es ging nie um eine Unternehmensakquisition, sondern darum, uns als Entwicklungspartner von Premium Aerotec zu engagieren", so ein Unternehmenssprecher.

Es sei allerdings "eine Gesprächsbasis mit den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern des Bundesrepublik und der Länder" in Deutschland entstanden, weil Montana Aerospace ein stabiler Arbeitgeber auch in Deutschland sei und "seit vielen Jahren bewährter und verlässlicher Zulieferer für weltweit führende Flugzeughersteller wie Boeing und Airbus aber auch für Tier-1-Unternehmen wie Premium Aerotec."

Die große wirtschaftspolitische Herausforderung sei derzeit, Hersteller und Zulieferer der Luftfahrtindustrie "am Standort Deutschland in der aktuell schwierigen Situation zu unterstützen, um Arbeitsplätze und Innovation am Standort halten zu können", heißt es seitens der Industriegruppe Montana Tech.

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