Erdgas

Gazprom fordert in Berlin Ausnahmen für Nord Stream 2

Laut einer neuen Gasrichtlinie der EU dürfen die Produktion von Erdgas und der Betrieb einer Leitung nicht in einer Hand liegen. Der russische Gasriese Gazprom will bei der neuen Röhre Nord Stream 2 jedoch genau das erreichen.

Der russische Energiekonzern Gazprom will mit einem Antrag bei der deutschen Bundesnetzagentur eine Hürde für die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream 2 aus dem Weg räumen. Die Nord Stream 2 AG habe beantragt, von Regelungen zur Entflechtung bei Energieleitungen freigestellt zu werden, sagte ein Behördensprecher.

EU-Richtlinie gegen Pläne Moskaus

Eine im April verabschiedete Änderung der EU-Gasrichtlinie sieht vor, dass EU-Energieregeln auch für Pipelines gelten, die aus Drittstaaten in die Europäische Union führen. Demnach dürfen die Produktion von Erdgas und der Betrieb der Leitung nicht in einer Hand liegen - anders als bisher bei Nord Stream 2 vorgesehen.

Das deutsche Energiewirtschaftsgesetz ermöglicht, dass Betreiber von Gasverbindungen mit einem Drittstaat, die vor dem 23. Mai 2019 fertiggestellt wurden, von den Auflagen freigestellt werden können. Über den Antrag müsse die Bundesnetzagentur bis zum 24. Mai entscheiden, sagte der Sprecher.

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EU-Staaten und auch die USA monieren, dass die Leitung von Russland nach Deutschland durch die Ostsee die energiepolitische Abhängigkeit Europas von Russland verstärke und den Interessen osteuropäischer Staaten der Europäischen Union und Partnerländern wie der Ukraine schade. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte vorige Woche gesagt, dass US-Sanktionen die Fertigstellung der Pipeline möglicherweise bis 2021 verzögern könnten. (dpa/apa/red)

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