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Deutsche Bahn: Lizenz für viele neue Schuldenmilliarden in Sicht

Die deutsche Regierung will dem größten Bahnbetreiber des Landes Schulden bis zu 30 Milliarden Euro erlauben. Allein heuer will die DB wegen der Coronakrise Schulden von bis zu acht Milliarden Euro aufnehmen.

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Union und SPD wollen der Deutschen Bahn eine deutlich höhere Verschuldung erlauben, um die Folgen der Viruskrise zu bewältigen. Der Haushaltsausschuss des deutschen Bundestags soll auf Antrag der Koalitionsfraktionen die bisherige Schuldenobergrenze für das staatliche Unternehmen um 5 Mrd. Euro auf bis zu 30 Mrd. Euro anheben.

Aus dem Reuters vorliegenden Entwurf des Änderungsantrages für die Sitzung am Nachmittag geht hervor, dass die Verschuldungslinie von 30 Mrd. Euro bis 31. Dezember 2020 befristet wird. Für die Folgejahre solle im vierten Quartal 2020 eine neue Entscheidung des Ausschusses "über den künftigen Schuldenbegrenzungs-Mechanismus herbeigeführt werden", heißt es in dem Entwurf.

In der Vorlage ist zudem festgehalten, dass die Bahn die in der Unternehmensplanung für 2020 vorgesehenen 3 Mrd. Euro Hybridanleihen durch klassische Anleihen ersetzt. Einen Anteil von 50 Prozent der coronabedingten Schäden müsse die Deutsche Bahn durch Gegensteuerung selbst erbringen.

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Der Ausschuss sollte mit der Mehrheit von CDU/CSU und SPD grünes Licht für die höhere Verschuldung geben. Zuvor will Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Ausschuss die Lage bei der Bahn erläutern.

Die Deutsche Bahn will wegen der Coronakrise heuer bis zu 8 Mrd. Euro Schulden machen. Dies geht aus einer Vorlage für den Aufsichtsrat hervor, über die Reuters berichte hatte. Würde dieser Rahmen ausgeschöpft, stiege die Gesamtverschuldung auf um die 30 Mrd. Euro. (reuters/apa/red)