Frequentis Gewinnsprung USA : Frequentis mit deutlichem Ergebnissprung: Weshalb Amerika für den Technologiekonzern immer wichtiger wird

Frequentis Schaltzentrale

In solchen Schaltzentralen kommen die Systeme von Frequentis zum Einsatz – besonders in Luftfahrt, Sicherheit und öffentlichem Verkehr.

- © Frequentis

Frequentis hat im Jahr 2025 bei Umsatz und Ergebnis stark zugelegt. Der Anbieter von Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen steigerte den Umsatz um rund 20 Prozent auf 580,1 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) kletterte um knapp 50 Prozent auf 46,8 Mio. Euro. Damit bestätigte das Unternehmen am Donnerstag seine vorläufigen Zahlen. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 6,7 auf 8,1 Prozent. Das Ergebnis stieg auf 33,7 Mio. Euro und lag damit um mehr als 43 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Dividende soll von 27 auf 30 Cent angehoben werden.

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Für 2026 rechnet der börsennotierte Technologiekonzern mit einem Umsatzanstieg von etwa 10 Prozent. Bei der EBIT-Marge erwartet Frequentis rund 7 Prozent. Das Unternehmen zeigt sich für das laufende Geschäftsjahr zuversichtlich. Ein Grund ist der hohe Auftragsstand. Zugleich baute Frequentis die Belegschaft um mehr als 200 auf 2.600 Beschäftigte aus. 1.100 davon arbeiten in Österreich. Im Vorjahr stiegen die Auftragseingänge um 16,5 Prozent auf 680,2 Mio. Euro. Der Auftragsstand wuchs um rund ein Drittel auf 794,9 Mio. Euro.

Eine Schwierigkeit sieht Frequentis-CEO Norbert Haslacher bei knapper IT-Hardware. Das Unternehmen habe deshalb rechtzeitig reagiert und Hardware eingelagert, sagte Frequentis-CEO Norbert Haslacher im Gespräch mit der APA.

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Frequentis: Warum ein Altprojekt plötzlich zum Ergebnistreiber wurde

Zum starken Wachstum trug nicht nur das operative Geschäft bei. Auch ein Claim-Settlement, also ein Vergleich, aus einem Projekt im Segment "Public Safety & Transport" wirkte sich positiv aus. In diesem Projekt erfüllte Frequentis als Subunternehmer den Auftrag, der Auftraggeber jedoch nicht. "In den Jahren zuvor hatten wir nur die Kosten aus diesem Rechtsstreit", merkte Haslacher an.

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Das Segment "Public Safety & Transport" umfasst Infrastruktur für Blaulichtorganisationen, die Industrie, den öffentlichen Verkehr und die Schifffahrt. Es steht für 31 Prozent des Umsatzes. Weitere 69 Prozent entfallen auf den Bereich "Air Traffic Management" (ATM). Dieser umfasst die Flugsicherung im zivilen und militärischen Bereich. "Der europäische Luftraum ist im Gegensatz zu jenem in den USA sehr komplex, da in Europa jedes Land für den eigenen Luftraum verantwortlich ist", sagte dazu Haslacher. Daher habe in Europa auch die Entwicklung einen höheren Stellenwert.

Norbert Haslacher, CEO von Frequentis, setzt nach Rekordzahlen vor allem auf weiteres Wachstum in Amerika.

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US-Geschäft von Frequentis legt stark zu – eine andere Region schwächelt

Der Exportanteil des Unternehmens liegt bei 98 Prozent. Europa blieb 2025 mit 59 Prozent oder rund 339 Mio. Euro die wichtigste Region. Deutlich stärker wuchs aber das Geschäft in Amerika. Dort sprang der Umsatz von 88 auf 159 Mio. Euro. Das geschah trotz der Zoll-Diskussionen zwischen den USA und Europa. "Wir haben in den USA drei Standorte, zwei für zivile und einen für militärische Anwendungen", sagte Haslacher. "Daher sind wir von den Zöllen nicht betroffen."

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In Asien sank der Umsatz von 55 auf 39 Mio. Euro. Nach Angaben des Unternehmens wurden Aufträge dort nur verschoben. "Da wurden heuer schon Aufträge unterschrieben", merkte Haslacher an. Als interessante Märkte nannte er unter anderem Indien und Singapur. Auf Australien, Pazifik und Afrika entfielen 43 Mio. Euro. Afrika spiele derzeit noch kaum eine Rolle.

Von Luftsicherung bis Behördenfunk: Frequentis sichert sich neue Aufträge

In den USA gewann Frequentis im Vorjahr zwei größere Aufträge für die zivile Luftsicherung. In Schweden erhielt das Unternehmen einen Auftrag für die landesweite Steuerung des Drohnenverkehrs. Im militärischen Bereich kamen Aufträge für eine US-Militärbasis, für ein Test-System zur Drohnen-Integration bei der deutschen Bundeswehr und für die Kommunikation der Streitkräfte in Australien hinzu.

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Auch im Bereich öffentliche Sicherheit konnte Frequentis neue Projekte gewinnen. Dazu zählen Aufträge der Polizei Thüringen und der norwegischen Feuerwehren. Zudem bestellten Bahnen aus Finnland, Norwegen und der Schweiz Kommunikationslösungen bei dem österreichischen Unternehmen. Weitere Zuschläge gab es bei der Modernisierung des Hamburger Hafens und bei der Erweiterung des Hafens in Singapur.

Drei Technologiefelder machen Frequentis Hoffnung auf weiteres Wachstum

Frequentis sieht vor allem drei Wachstumsfelder. Eines davon ist die Umstellung sicherheitskritischer Kommunikation bei Blaulichtorganisationen und im öffentlichen Verkehr. Bisherige Technologien wie TETRA oder GSM-R für die Bahn reichen nach Unternehmensangaben nicht mehr aus. Vor allem die Datenübertragung sei stark begrenzt. Künftig sollen Systeme daher auf Mission-Critical Services (MCX) umgestellt werden.

MCX nutzt 5G-basierte Netze. Die Technik ermöglicht die Echtzeit-Übermittlung von Sprache, Daten und Video über Länder- und Organisationsgrenzen hinweg. Bei drohender Netzüberlastung können Einsatzorganisationen zudem Vorrang im Sendenetz erhalten. Frequentis hat in diesem Bereich bereits Aufträge gewonnen und ist etwa am MCX-Rollout in Großbritannien für 300.000 Einsatzkräfte beteiligt.

Ein weiteres Wachstumsfeld ist das sichere Überwachen und Managen von Drohnenverkehr. Dafür kombiniert Frequentis klassische Radarsysteme mit intelligenten Sensor- und Erkennungstechnologien. Den gesamten europäischen Drohnenmarkt einschließlich Hardware schätzt das Unternehmen bis 2030 auf 10 Mrd. Euro.

Auch beim Remote Digital Tower sieht der Konzern Potenzial. Diese Lösung erlaubt die Fernüberwachung des Flugverkehrsmanagements für zivile und militärische Anwendungen. Fluglotsinnen und Fluglotsen müssen damit nicht mehr direkt im Tower eines Flughafens arbeiten. Gerade im militärischen Bereich ist das ein Vorteil, weil der Tower dort oft ein Angriffsziel ist. Auch abgelegene Flugplätze lassen sich so effizient steuern. Die Technologie wird bereits seit mehreren Jahren in Deutschland, England und Brasilien eingesetzt.

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