Porsche Absatzrückgang 2026 : Porsche: Absatz bricht zum Jahresauftakt um 15 Prozent ein

Porsche Produktion Absatzrückgang 2026

Porsche richtet seine Produktion neu aus und reagiert damit auf die schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten.

- © Porsche

Der Sportwagenhersteller Porsche ist mit einem deutlichen Dämpfer ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal lieferte die VW-Tochter weltweit 60.991 Fahrzeuge aus und blieb damit 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Als Ursachen nennt das Unternehmen eine begrenzte Produktverfügbarkeit, das Ende der Verbrenner-Produktion bei den 718-Modellen Boxster und Cayman, den starken Hochlauf des vollelektrischen Macan im Vergleichszeitraum 2025 sowie den Wegfall steuerlicher Anreize für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.

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Vertriebsvorstand Matthias Becker sprach dennoch von einer Entwicklung im Rahmen der Erwartungen. Rückenwind bekommt Porsche derzeit vor allem vom 911, dessen Auslieferungen zwischen Jänner und März um 22 Prozent auf 13.889 Fahrzeuge zulegten. In den kommenden Monaten richtet sich der Blick des Herstellers auf den Marktstart des vollelektrischen Cayenne, dessen erste Auslieferungen ab Sommer beginnen sollen.

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Porsche verliert vor allem in China und Nordamerika

Am stärksten brach der Absatz in China ein. Dort lieferte Porsche im ersten Quartal 7.519 Fahrzeuge aus, ein Minus von 21 Prozent. Das Unternehmen verweist auf das weiterhin schwierige Marktumfeld und seine Strategie, stärker auf wertorientierte Verkäufe als auf Rabatte zu setzen. Auch in Nordamerika, der derzeit größten Absatzregion, gingen die Verkäufe zurück: Mit 18.344 ausgelieferten Fahrzeugen lag Porsche dort um 11 Prozent unter dem Vorjahreswert.

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Nur auf dem Heimatmarkt Deutschland konnte der Hersteller zulegen. Hier stiegen die Auslieferungen leicht um 4 Prozent auf 7.778 Fahrzeuge. In Europa ohne Deutschland setzte es dagegen einen Rückgang um 18 Prozent auf 14.710 Einheiten. In den Übersee- und Wachstumsmärkten fiel das Minus mit 20 Prozent auf 12.640 Fahrzeuge ebenfalls deutlich aus.

Macan, Taycan, Panamera: Mehrere Baureihen im Minus

Bei den Modellreihen blieb der Cayenne Porsches wichtigstes Fahrzeug. Von dem SUV wurden weltweit 19.183 Exemplare ausgeliefert, 4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Macan kam auf 18.209 Fahrzeuge und verzeichnete damit ein Minus von 23 Prozent. Davon entfielen 10.130 Einheiten auf die Verbrennervariante und 8.079 auf den elektrischen Macan. Den Verbrenner will Porsche in den meisten Märkten außerhalb der EU noch bis Sommer 2026 weiterbauen. Beim Panamera sackten die Auslieferungen um 42 Prozent auf 4.498 Fahrzeuge ab, was Porsche mit einer vorübergehenden Angebotslücke vor der Einführung spezieller „Pure Editions“ für den chinesischen Markt erklärt. Auch der Taycan verlor und kam auf 3.420 Fahrzeuge, ein Rückgang von 19 Prozent.

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Die Absatzschwäche trifft einen Hersteller, der zugleich eine schwierige Phase hinter sich hat. Im Geschäftsjahr 2025 sank der Konzernumsatz auf 36,27 Milliarden Euro nach 40,08 Milliarden Euro im Jahr davor. Das operative Ergebnis brach von 5,64 Milliarden auf 413 Millionen Euro ein, der Gewinn nach Steuern fiel um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro. Porsche führte das vor allem auf Sonderbelastungen von rund 3,9 Milliarden Euro zurück, darunter Kosten für die Neuausrichtung der Produktstrategie, zusätzliche Aufwendungen im Batteriegeschäft und Belastungen durch US-Zölle.

Die strategische Neujustierung spiegelt den schwierigeren Hochlauf der Elektromobilität wider. Porsche hatte seine Produktstrategie bereits 2025 angepasst und den Mix aus Elektro-, Hybrid- und Verbrennermodellen neu ausbalanciert. Trotz der Marktturbulenzen stieg der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge 2025 konzernweit auf 22,2 Prozent, nach 12,7 Prozent im Jahr 2024. Seit 1. Jänner 2026 wird Porsche zudem von Michael Leiters geführt; Oliver Blume leitet seither ausschließlich den Volkswagen-Konzern.

Der Cayenne bleibt für Porsche die wichtigste Modellreihe und wird weiterhin in hoher Stückzahl produziert.

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