Milan Nedeljković BMW-Chef : BMW-Chef Milan Nedeljković: Vom Werkhallen-Insider zum mächtigen Lenker des Autobauers

Milan Nedeljkovic

Milan Nedeljković ist der neue BMW-Chef. Der Manager kam als Kind nach Deutschland, startete beim Autobauer als Trainee und arbeitete sich bis an die Konzernspitze hoch.

- © BMW

Milan Nedeljković ist kein Manager, der BMW erst kennenlernen muss. Seit 1993 arbeitet er für den Münchner Autobauer. Er begann als Trainee, übernahm später Führungsaufgaben in mehreren Werken, verantwortete die Unternehmensqualität und stieg 2019 in den Vorstand auf. Seit dem 14. Mai 2026 führt er die BMW AG als Vorstandsvorsitzender. Der Aufsichtsrat hatte seine Berufung im Dezember 2025 beschlossen; Nedeljković folgt auf Oliver Zipse.

Nie mehr die wichtigsten News aus Österreichs Industrie verpassen? Abonnieren Sie unser Daily Briefing: Was in der Industrie wichtig wird. Täglich um 7 Uhr in ihrer Inbox. Hier geht’s zur Anmeldung!

Milan Nedeljković Herkunft: Die Geschichte seiner Kindheit

Geboren wurde Nedeljković am 11. März 1969 in Kruševac, damals Jugoslawien, heute Serbien. Anfang der 1970er-Jahre kam er als Kind nach Deutschland. Er besitzt sowohl die serbische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Damit bringt er eine Biografie mit, die von zwei Ländern und zwei Kulturen geprägt ist.

Lesetipp: BMW-Chef vor heikler Mission: Warum Milan Nedeljković jetzt kaum Fehler machen darf

Seine Kindheit in Deutschland begann nach Medienberichten nicht einfach. Beschrieben wird Nedeljković als Junge, der in einer Wuppertaler Schule zunächst kein Deutsch sprach. Seine Eltern arbeiteten hart: Der Vater soll bei Thyssen beschäftigt gewesen sein, die Mutter in einer Apotheke geholfen haben. Ein Lehrer soll trotz schwacher Deutschnoten sein Potenzial erkannt und ihm den Weg aufs Gymnasium empfohlen haben. Diese Episode ist mehr als ein biografisches Detail: Sie passt zu einem Lebenslauf, der von Aufstieg, Disziplin und technischer Neugier geprägt ist.

BMW-Manager mit MIT-Erfahrung: Der starke Karrierebeginn von Nedeljković

Nach der Schule entschied sich Nedeljković für den Maschinenbau. Von 1988 bis 1993 studierte er an der RWTH Aachen und am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge in den USA. Später promovierte er an der Technischen Universität München zum Dr.-Ing. Seine Dissertation beschäftigte sich mit Produktivitätssteigerung in Presswerken – ein Thema, das bereits vorzeichnete, womit er sich später bei BMW intensiv befassen sollte: Effizienz, Produktion und industrielle Prozesse.

Lesetipp: BMW vor dem Stresstest: Neuer Chef erbt eine gefährliche Baustelle

1993 trat Nedeljković in die BMW Group ein. Zunächst arbeitete er als Trainee, anschließend in Planungsfunktionen im Karosserierohbau und im Presswerk. Von 1999 an übernahm er verschiedene Führungsaufgaben in den Werken München und Regensburg. Es waren Jahre, in denen er BMW nicht aus der Konzernzentrale, sondern aus den Werken heraus kennenlernte.

Vom Werkhallen-Insider zum Vorstand: Sein entscheidender Aufstieg bei BMW

Von 2006 bis 2010 leitete Nedeljković den Bereich Oberfläche im Werk Oxford. Danach wechselte er nach Leipzig: zunächst als Leiter der Montage, später als Leiter des gesamten Werks. Dort verantwortete er auch den Start des BMW i3, eines frühen Elektroautos des Konzerns. Der i3 wurde nicht zum Massenmodell, gilt aber als wichtiges Lernfeld für BMWs Weg in die Elektromobilität.

Von 2015 bis 2018 leitete Nedeljković das BMW-Werk München. Anschließend übernahm er die Unternehmensqualität. 2019 wurde er Produktionsvorstand. Damit folgte er einer BMW-Tradition: Auch mehrere seiner Vorgänger an der Konzernspitze, darunter Oliver Zipse, Harald Krüger und Norbert Reithofer, kamen aus dem Produktionsressort.

Als Produktionsvorstand stand Nedeljković für den industriellen Umbau des Konzerns. 2021 kündigte er an, die Produktionszahlen der BMW-Werke perspektivisch auf drei Millionen Fahrzeuge pro Jahr steigern zu wollen. Zugleich sollte die Produktion effizienter werden, um im Wettbewerb mit neuen und etablierten Konkurrenten bestehen zu können. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch das neue BMW-Werk im ungarischen Debrecen, das für elektrifizierte Modelle vorgesehen wurde.

Milan Nedeljković gilt als erfahrener Produktionsmanager: Bevor er an die BMW-Spitze rückte, leitete er mehrere Werke des Autobauers und verantwortete zentrale Industrieprojekte.

- © www.wilfriedwulff.com/BMW

Oliver-Zipse-Nachfolger mit Serbien-Bezug: Diese Episode macht ihn besonders

Auch unternehmerisch soll Nedeljković früh eigene Verantwortung übernommen haben. Nach Medienberichten gründete er 1996 in seiner Geburtsstadt Kruševac die Möbelfirma „Rast“. Das Unternehmen soll entstanden sein, um jungen Menschen in der Region Arbeitsplätze zu schaffen. In einem Porträt über ihn ist diese Episode ein Hinweis darauf, dass seine Verbindung zu Serbien trotz seiner jahrzehntelangen Karriere in Deutschland nicht abgerissen ist.

An der Spitze von BMW übernimmt Nedeljković nun eine Aufgabe in einer schwierigen Phase der Autoindustrie. Der Konzern muss Elektromobilität, Digitalisierung, geopolitische Spannungen, den Wettbewerb in China und den Umbau globaler Lieferketten gleichzeitig bewältigen. Besonders wichtig ist die „Neue Klasse“, mit der BMW eine neue Fahrzeuggeneration einführt.

Seine Berufung wurde im Unternehmen positiv aufgenommen. Aufsichtsratschef Nicolas Peter lobte ihn für strategischen Weitblick, Umsetzungskraft und unternehmerisches Denken. Auch die Arbeitnehmerseite äußerte Vertrauen in ihn; der Gesamtbetriebsrat hob sein Ansehen in der Belegschaft hervor.

Milan Nedeljković privat: Familie, Hobbys und sein zurückhaltendes Auftreten

Privat tritt Nedeljković zurückhaltend auf. Bekannt ist, dass er verheiratet ist und drei Kinder hat. Als Ausgleich gelten Rudern und Basketball. Ob seine Begeisterung für Basketball mit seinen serbischen Wurzeln, seiner Zeit am MIT oder schlicht mit persönlicher Leidenschaft zu tun hat, ist nicht bekannt. Bei BMW passt diese Vorliebe dennoch ins Bild: Seit 2023 ist der Autobauer Sponsor des FC Bayern Basketball.

Milan Nedeljković steht damit für eine besondere Mischung: Er ist Techniker, Produktionsmann, international geprägter Manager und langjähriges BMW-Eigengewächs. Seine Geschichte beginnt nicht in den Vorstandsetagen, sondern in den Werkshallen. Nun führt er einen der wichtigsten deutschen Industriekonzerne. Seine Aufgabe ist es, BMW durch eine Zeit zu steuern, in der sich die Autoindustrie schneller verändert als je zuvor.

Sie wollen mehr zum Thema?