Renault Einstieg Rüstungsindustrie : Renault-Einstieg in Verteidigung: Strategische Partnerschaft mit Milliardenpotenzial
Renault steigt in die Produktion von Militärdrohnen ein
- © YURIY DYACHYSHYN / AFP / picturedesk.comDer französische Automobilhersteller Renault wagt den Einstieg in die Verteidigungsindustrie. Wie ein Unternehmenssprecher mitteilte, habe das französische Verteidigungsministerium die Renault Group offiziell darum gebeten, ihr technisches Fachwissen in die Entwicklung einer nationalen Drohnenindustrie einzubringen. Ziel sei es, die technologische Souveränität Frankreichs im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme zu stärken. Im Rahmen des Projekts arbeitet Renault unter der Schirmherrschaft der Direction générale de l’armement (DGA) – der französischen Generaldirektion für Rüstung – mit dem Rüstungsunternehmen Turgis Gaillard zusammen, das bereits über Erfahrung in der Entwicklung militärischer Drohnentechnologie verfügt.
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Renaults Drohnenpläne: Hochautomatisierte Serienproduktion mit Kampf- und Aufklärungsfunktion
Details zum genauen Umfang der geplanten Drohnenproduktion wurden von Renault bislang nicht veröffentlicht. Allerdings betont das Unternehmen, dass es über umfangreiches Know-how in der Konzeption, Industrialisierung und Serienfertigung hochentwickelter technologischer Produkte verfüge – insbesondere unter Berücksichtigung von Qualitäts-, Kosten- und Terminvorgaben, wie sie in der Verteidigungsindustrie essenziell sind.
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Wie die renommierte französische Wirtschaftszeitung „Les Échos“ berichtet, geht es bei dem Kooperationsprojekt um die Entwicklung einer „ferngesteuerten Langstreckenmunition“, die nicht nur für offensive Einsätze, sondern auch für Aufklärungs- und Beobachtungsmissionen eingesetzt werden kann. Solche Systeme sind insbesondere im Kontext moderner asymmetrischer Konflikte sowie zur Unterstützung konventioneller Streitkräfte von wachsender Bedeutung. Geplant sei eine monatliche Produktion von rund 600 Einheiten, was auf eine hochautomatisierte und skalierbare Fertigung schließen lässt.
Milliardenprojekt mit Perspektive: Renault setzt auf Diversifizierung durch Militärtechnik
Der Vertrag sieht ein Anfangsvolumen von 35 Millionen Euro vor. Sollte sich das Projekt über die kommenden Jahre erfolgreich entwickeln, wird ein Gesamtvolumen von bis zu einer Milliarde Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren in Aussicht gestellt. Für Renault wäre dies ein bedeutender Schritt zur Diversifizierung seines Geschäftsmodells – insbesondere angesichts der Transformation der Automobilindustrie hin zu Elektromobilität und neuen Mobilitätsformen.
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Turgis Gaillard bringt seinerseits umfassende Erfahrung im Bereich unbemannter Systeme mit. Das Unternehmen ist unter anderem für die Entwicklung der „Aarok“-Drohne bekannt – ein unbemanntes Luftfahrtsystem mit einer Spannweite von über 20 Metern, das 2023 auf der Rüstungsmesse Eurosatory erstmals vorgestellt wurde. Die „Aarok“ ist in der Lage, sowohl militärische als auch zivile Missionen zu erfüllen, darunter Grenzüberwachung, Katastrophenhilfe und Gefechtsaufklärung. Laut Angaben des Unternehmens könne die Drohne bis zu 24 Stunden in der Luft bleiben und eine Vielzahl von Sensoren und Nutzlasten tragen.
Strategische Unabhängigkeit: Frankreich forciert nationale Drohnenproduktion mit Renault
Mit dem Einstieg von Renault in diesen hochsensiblen Bereich folgt Frankreich einem internationalen Trend: Immer mehr Staaten setzen auf den Aufbau einer eigenständigen Drohnenproduktion, um Abhängigkeiten von ausländischen Zulieferern – etwa aus den USA, Israel oder China – zu verringern. Frankreich investiert derzeit massiv in die Modernisierung seiner Streitkräfte und fördert im Rahmen der 2024 gestarteten „Loi de programmation militaire“ (Militärplanungsgesetz) gezielt die Entwicklung strategisch relevanter Technologien im Inland.
Renault selbst unterstreicht, dass es sich bei der Beteiligung an der Drohnenentwicklung um ein langfristig angelegtes Projekt handele. Neben wirtschaftlichen Motiven betont der Konzern auch seine gesellschaftliche Verantwortung im Dienste der nationalen Sicherheit: „Wir stellen unser industrielles und technologisches Know-how in den Dienst der Verteidigungsfähigkeit unseres Landes“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.