Humanoide Roboter : Humanoide Roboter in der Industrie: Wer jetzt zu früh kommt - und wer zu spät

Humanoide Roboter

Der Mehrwert humanoider Systeme entsteht nicht durch ihr menschenähnliches Erscheinungsbild, sondern durch ihren funktionalen Vorteil in bestehenden Umgebungen.

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Humanoide Roboter sind aus der industriellen Diskussion nicht mehr wegzudenken. Was lange nach Zukunftsmusik klang, wird heute in Fabriken, Logistikzentren und Testumgebungen praktisch erprobt. Für Unternehmen zählt jedoch weniger die technische Faszination als die Frage, wann sich ein Einstieg lohnt und wo er konkret beginnen sollte.
 

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Dafür braucht es eine klare Entscheidungshilfe. Humanoide Robotik muss nach wirtschaftlichem Nutzen, technischer Machbarkeit, Prozesskomplexität und Skalierbarkeit bewertet werden. EY unterstützt Unternehmen dabei, geeignete Anwendungsfälle zu identifizieren, Anbieter zu vergleichen und daraus eine belastbare Roadmap für Physical AI abzuleiten.

Wo Humanoide echten Mehrwert schaffen

Der Mehrwert humanoider Systeme entsteht nicht durch ihr menschenähnliches Erscheinungsbild, sondern durch ihren funktionalen Vorteil in bestehenden Umgebungen. Sinnvoll sind sie vor allem dort, wo Aufgaben variabel, schwer standardisierbar und in Brownfield Strukturen eingebettet sind, etwa beim Materialfluss, in der Montageunterstützung oder bei Inspektionen. In vielen Szenarien können jedoch mobile Plattformen mit Roboterarmen oder klassische Automatisierung die bessere Lösung sein.

Humanoide Roboter: Der Kampf um die Arbeitskraft der Zukunft beginnt

Deshalb braucht es eine technologieoffene Bewertung. Nicht der spannendste Anbieter gewinnt, sondern jene Lösung, die für den konkreten Anwendungsfall hinsichtlich Reifegrad, Integrationsaufwand, Sicherheit und Business Impact am besten passt.

"Es braucht eine technologieoffene Bewertung. Die richtige Lösung ist, wo die für den konkreten Anwendungsfall der Reifegrad, Integrationsaufwand und Business Impact am besten passen."

Nikolaus Keuth, Senior Manager und Technical Lead für Industrial AI mit Schwerpunkt auf Physical, EY

- © EY

Humanoide Roboter: Entscheidungshilfe statt Technologiedemo

keuthFür Unternehmen ist humanoide Robotik immer eine Alternativenentscheidung. Menschliche Arbeit, klassische Automatisierung, spezialisierte Robotik und humanoide Systeme müssen entlang derselben Kriterien betrachtet werden. EY bringt dafür eine strukturierte Logik ein: Welche Aufgaben eignen sich wirklich? Welche Prozessvarianten erhöhen die Komplexität? Wo ist die Technologie reif genug für den produktiven Einsatz?


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Besonders wichtig ist die Gesamtwirtschaftlichkeit über den Lebenszyklus. Neben Hardware zählen Integration in IT und OT, Betrieb, Wartung, Energie, Training und laufende Anpassung. So lassen sich Anwendungsfälle priorisieren, von kurzfristig nutzbaren Einsatzfeldern bis zu strategischen Optionen, die erst mit höherer Technologiereife ausgerollt werden sollten. Hinzu kommt ein dynamischer Anbietermarkt. Neue Plattformen, KI Modelle, Integratoren und Spezialanbieter entstehen in hoher Geschwindigkeit. EY strukturiert diese Optionen, vergleicht Anbieter entlang klarer Kriterien und wählt jene Partner aus, die zur technischen Ausgangslage, zum Zielbild und zur Skalierungsambition passen. Im Zentrum steht eine Entscheidungsmatrix, die Anwendungsfälle mit den Fähigkeiten der jeweiligen Lieferanten abgleicht: Welche Plattform erfüllt welche Aufgabe verlässlich, welche benötigt weitere Absicherung und welche ist für den konkreten Einsatz nicht geeignet?

Vom Test zur Skalierung

Der Einstieg sollte nicht mit dem Kauf eines Roboters beginnen, sondern mit einer strukturierten Auswahl geeigneter Anwendungsfälle. Entscheidend sind messbarer Nutzen, beherrschbare Risiken und eine realistische Skalierungsperspektive. EY bewertet dafür Business Impact, Prozessstabilität, Datenverfügbarkeit, Safety Anforderungen, Integrationsaufwand und organisatorische Voraussetzungen. Diese Bewertung wird mit einer Lieferantenanalyse zusammengeführt, von Beweglichkeit, Greiffähigkeit und Wahrnehmung über Autonomiegrad und Software Integration bis hin zu Servicefähigkeit und industrieller Skalierbarkeit.

Ein praktikabler Weg führt über virtuelle Test und Simulationsumgebungen, etwa mit Omniverse, sowie klar definierte Entscheidungspunkte. Dort lassen sich Machbarkeit, Sicherheit, Taktzeiten, Bedienkonzepte und Wartungsanforderungen prüfen, bevor die Lösung in laufende Prozesse überführt wird.

Das Ergebnis ist ein praxisnahes Matching: Anwendungsfall, Anbieterfähigkeit und geeigneter Deployment Zeitpunkt werden miteinander verknüpft. Unternehmen erkennen damit, welche Lösung kurzfristig produktiv einsetzbar ist, wo ein kontrollierter Test sinnvoll bleibt und wo ein späterer Einstieg wirtschaftlich klüger ist.

"Neben der Anschaffung ist die Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus besonders wichtig."
Gerhard Schagerl, Growth Lead im Industrial-AI-Team, EY Österreich

- © EY

Fazit: Entscheidbarkeit vor Euphorie

Humanoide Roboter markieren einen wichtigen Entwicklungsschritt von Physical AI. Doch der nächste Schritt ist kein rein technologischer, sondern ein unternehmerischer. Wer heute beginnt, sollte nicht vom Roboter aus denken, sondern vom Use Case, vom Business Impact und vom richtigen Zeitpunkt für das Deployment.

Damit aus technologischem Potenzial industrielle Wertschöpfung wird, braucht es klare Kriterien: Welche Anwendung rechtfertigt neue Robotik und ist zugleich beherrschbar? Welche Anbieter passen zur eigenen Umgebung? Welche Kennzahlen belegen den Nutzen? Und wann ist der richtige Zeitpunkt für Test, Skalierung oder späteren Einstieg? EY liefert Unternehmen diese Entscheidungshilfe, technologieoffen, anwendungsfallbasiert und mit dem Ziel, Physical AI dort einzusetzen, wo sie echten Wert schafft.

Autoren:

Nikolaus Keuth ist Senior Manager und Technical Lead für Industrial AI mit Schwerpunkt auf Physical AI. Er verantwortet er die technische Führung und Umsetzung von IndustrialAIInitiativen, die darauf abzielen, operative Effizienz, Produktivität und Skalierbarkeit in industriellen Organisationen signifikant zu steigern.


Gerhard Schagerl ist derzeit als Growth Lead im Industrial-AI-Team bei EY Österreich tätig und setzt maßgebliche Impulse für innovative Entwicklungen.

 

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