Was Magna heute verkauft, ist nicht mehr nur Montage. Sondern ein Gesamtpaket. Für neue Hersteller heißt das: Sie bekommen in Graz nicht nur eine Fabrik. Sie bekommen Entwicklung, Industrialisierung, Anlauf, Qualitätssicherung, Lieferkette und Zugang zum europäischen Markt. Genau das ist für chinesische Hersteller interessant. Bei Xpeng werden in Graz inzwischen drei Modelle montiert: G6, G9 und P7+. Bei GAC sind es zwei Modelle der Marke Aion: der Aion V und der Aion UT. Für die beiden Hersteller geht es nicht nur darum, Autos in Europa bauen zu lassen. Es geht auch darum, schneller in den Markt zu kommen, ohne selbst Milliarden in ein eigenes Werk investieren zu müssen. Denn Europa lässt sich auch von großen chinesischen Herstellern nicht einfach im Sturm erobern.
Eine eigene Fabrik wäre ein teurer Einstieg mit hohem Auslastungsrisiko. Magna kann genau dieses Risiko deutlich reduzieren. Zudem können Xpeng und GAC so die Importzölle der Europäischen Union umgehen. Denn die China-Programme in Graz sind auch ein Weg, Fahrzeuge günstiger nach Europa zu bringen. Vieles läuft dabei über das SKD-Verfahren, also Semi Knocked Down. Zentrale Baugruppen kommen schon vorgefertigt aus China, in Graz erfolgt vor allem die Endmontage. Für Graz ist das aber nur die halbe Erfolgsgeschichte. Denn wenn ein großer Teil der Vorfertigung und Entwicklung in China bleibt, bleibt auch ein großer Teil der Wertschöpfung dort.
Und genau dadurch verändert sich die Rolle von Magna. Das Unternehmen ist weniger reiner Lohnfertiger. Und mehr Türöffner für Hersteller, die in Europa Fuß fassen wollen. Das Produkt von Magna ist also nicht nur ein gebautes Auto. Das Produkt ist: schnell, flexibel und günstiger in Europa starten.
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