E-Mobilität : Hirschmann Automotive: Wie der Zulieferer mit der E-Auto-Achterbahn lebt
Hirschmann Automotive-Produktion in Rankweil: "Agiler und flexibler ausgelegt
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„Volatilität ist genau das Stichwort, mit dem wir zu kämpfen haben“, sagt Angelo Holzknecht, CEO von Hirschmann Automotive. Zwar wachse die Elektromobilität weiter, jedoch deutlich weniger linear als ursprünglich angenommen. Statt eines kontinuierlichen Aufwärtstrends beobachtet er „eine Phase der Konsolidierung“ mit ausgeprägten Wellenbewegungen. Für das Unternehmen sei die Situation komplex, weil es Komponenten für unterschiedliche Fahrzeugarchitekturen liefert. Niedervolt-Steckverbinder – traditionell das Kerngeschäft – bleiben auch in Elektrofahrzeugen relevant, wenn auch in geringerem Umfang. Sie kommen beispielsweise bei Sensoren oder Aggregaten zum Einsatz, etwa bei Einparksystemen. Neben diesen klassischen Produkten entwickelt das Unternehmen Hochvolt-Stecksysteme weiter.
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In manchen Monaten steigt die Nachfrage nach E-Mobilitätskomponenten stark an, in anderen verschiebt sich der Fokus wieder auf Verbrennerfahrzeuge. Um darauf reagieren zu können, setzt Hirschmann Automotive auf flexible Produktionsstrukturen. „Wir haben unsere Produktionen agiler und flexibler ausgelegt“, sagt Holzknecht. Dazu gehört auch eine intensivere Vorausplanung der Rohmaterialversorgung. Besonders kritisch sind Materialien mit langen Lieferzeiten, etwa behandelte Stanzteile.
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Hier müssen Kontingente frühzeitig reserviert werden. Auch die Organisation der Arbeit wird angepasst. Mitarbeiter werden gezielt auf mehrere Prozesse geschult, um sie bei Bedarf schnell zwischen verschiedenen Produktionsbereichen einsetzen zu können. Bei komplexeren Anlagen kann die Einarbeitung drei bis sechs Monate beanspruchen. „Das Gebot der Stunde ist ganz sicher Flexibilität“, sagt Holzknecht.
Positive Impulse kommen aus neuen Großprojekten, die technologieübergreifend ausgelegt sind. Hirschmann Automotive konnte zuletzt einen Renommierauftrag von Mercedes-Benz im Bereich Achsverkabelung gewinnen. Das Programm sichert die Auslastung bis weit in die 2030er-Jahre. Erste Serienanläufe sind bereits für die zweite Hälfte dieses Jahres vorgesehen. „Wir werden im Bereich der Achsverkabelung in den kommenden Jahren um bis zu 50 Prozent wachsen“, so der CEO. Auslastung ist garantiert.
Ganz anders ist die Situation bei speziell für Elektromobilität ausgelegten Anlagen. Diese wurden in Erwartung eines schnellen Markthochlaufs dimensioniert und sind nun teilweise weniger ausgelastet als geplant. Stillstand gebe es nicht, doch die prognostizierten Volumina hätten sich bislang nicht vollständig materialisiert. Modelle mit Reichweiten von über 700 Kilometern, Ladeleistungen jenseits von 300 Kilowatt und annähernder Preisparität zu Verbrennern werden die Nachfrage laut Holzknecht spürbar erhöhen. Auch weil neue Modelle wie der BMW iX3 - in dieser Plattform ist Hirschmann Automotive von der Achse, über Türgriff, LV-Stecker bis zu Hochvolt-Verkabelung vertreten - ihren Weg machen werden.