Veritas Austria Stellenabbau : Veritas verlässt Tirol: Wie Lohnkosten ein Werk aus dem Stubaital drängen

Angestellte bei Veritas in Mieders in Tirol

Veritas schließt sein Werk in Mieders im Tiroler Stubaital bis Ende 2026. Rund 90 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz, die Produktion soll in ein Land mit niedrigeren Lohnkosten verlagert werden.

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Der Automobilzulieferer Veritas Austria GmbH wird seinen Produktionsstandort in Mieders im Tiroler Stubaital mit Ende 2026 schließen. Betroffen sind nach Angaben des Unternehmens rund 80 bis 90 Beschäftigte. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll ein Sozialplan ausgearbeitet werden. Die Produktion soll künftig in ein Land mit niedrigeren Lohnkosten verlagert werden. Einen konkreten künftigen Produktionsstandort nannten die bisher veröffentlichten Berichte nicht.

Als einen wesentlichen Grund für die Entscheidung nennt die Geschäftsführung die Entwicklung der Personalkosten. Alexander Hopf, Geschäftsführer der Veritas Austria GmbH in Mieders, erklärte gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“, dass die Personalkosten am Standort innerhalb der vergangenen fünf Jahre um rund 25 Prozent gestiegen seien. Langfristig sei dieses Kostenniveau aus Sicht des Unternehmens nicht mehr tragfähig gewesen. Gleichzeitig betonte Hopf, dass das Tiroler Werk trotz rückläufiger Umsätze und des bereits seit Jahren laufenden Personalabbaus profitabel gearbeitet habe.

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Von 330 auf 90 Jobs: Der lange Rückzug von Veritas in Mieders

Die Schließung markiert das Ende einer mehr als zwei Jahrzehnte dauernden Zugehörigkeit des Standorts zur Veritas-Gruppe. Mieders wurde 2005 Teil des Unternehmensverbunds. Auch auf der aktuellen Standortübersicht von Veritas wird die Veritas Austria GmbH im Gewerbepark Stubai in Mieders mit dem Gründungs- beziehungsweise Eintrittsjahr 2005 geführt.

Die Zahl der Beschäftigten war bereits lange vor der nun angekündigten Schließung deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2012 arbeiteten am Standort noch etwa 330 Menschen. Heute ist weniger als ein Drittel dieser damaligen Belegschaft übrig. Der Großteil der verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist in der Produktion beschäftigt, ein kleinerer Teil arbeitet in der Verwaltung.

Die deutsche Veritas AG geriet 2020 in die Insolvenz. Große Teile der Veritas-Aktivitäten wurden später von HDT Automotive Solutions übernommen.

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Veritas und HDT: Wie ein traditionsreicher Autozulieferer neu geordnet wurde

Die Wurzeln der Veritas-Gruppe reichen bis ins Jahr 1849 zurück. Damals wurde in Berlin eine Gummiwarenfabrik gegründet, aus der sich später ein international tätiger Zulieferer für die Automobilindustrie entwickelte. Das Unternehmen spezialisierte sich unter anderem auf Komponenten und Systeme für das Fluid-, Thermo- und Dichtungsmanagement von Fahrzeugen. Dazu gehören heute beispielsweise Leitungssysteme, Bauteile für Kühlung und Klimatisierung sowie Komponenten aus Elastomeren, Kunststoffen und Metallen.

Die vergangenen Jahre waren von erheblichen wirtschaftlichen Turbulenzen geprägt. 2020 geriet die deutsche Veritas AG in die Insolvenz. Bereits im Juni 2021 wurden Kaufverträge mit dem US-amerikanischen Automobilzulieferer HDT Automotive Solutions unterzeichnet. Damals war eine Übernahme der deutschen Standorte sowie der Auslandsgesellschaften vorgesehen, der Vollzug des Geschäfts stand jedoch noch unter mehreren Vorbehalten.

Endgültig abgeschlossen wurde die Übernahme eines Großteils der Veritas-Aktivitäten durch HDT im Jahr 2024. Am 1. Juli 2024 teilte das Unternehmen mit, dass neben dem Hauptsitz und dem technischen Zentrum in Gelnhausen auch Produktionsstätten in Österreich, Bosnien-Herzegowina, Ungarn und Mexiko Teil der Transaktion waren. Zum damaligen Zeitpunkt beschäftigte das zusammengeführte Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 5.000 Mitarbeiter an 15 Standorten in Nordamerika, Europa und Asien.

Das Veritas-Werk in Mieders im Tiroler Stubaital soll Ende 2026 geschlossen werden. Rund 80 bis 90 Beschäftigte sind betroffen.

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Veritas-Marke bleibt, Werk Mieders geht: Das Ende der Produktion in Tirol

Die Integration ging danach weiter: Im August 2025 kündigte das Unternehmen an, HDT Automotive Solutions und Veritas künftig unter einer gemeinsamen globalen Marke mit dem Namen „Veritas“ zu führen. Ziel war nach Unternehmensangaben unter anderem eine stärkere Vereinheitlichung der Geschäftsaktivitäten und des internationalen Marktauftritts.

Für den Standort Mieders bedeutet diese Entwicklung nun allerdings das endgültige Aus. Die angekündigte Schließung reiht sich in einen bereits seit Jahren laufenden Schrumpfungsprozess ein. Für die betroffenen Beschäftigten steht zunächst die Ausarbeitung des Sozialplans im Mittelpunkt. Fest steht zugleich: Mit Jahresende 2026 endet die industrielle Produktion von Veritas im Stubaital und damit die mehr als 20-jährige Geschichte des Unternehmens am Standort Mieders.

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