Tesla Gigafactory Grünheide: Ausbau in Deutschland : Tesla: Neue Riesenhalle in Grünheide – obwohl die Produktion zuletzt schrumpfte

Visualisierung einer möglichen Erweiterung der Tesla-Gigafabrik bei Berlin

Teslas Gigafactory im brandenburgischen Grünheide steht vor der nächsten Ausbauphase. Eine neue Produktionshalle soll die Kapazitäten des deutschen Elektroauto-Werks erheblich erweitern – während die Produktionszahlen zuletzt rückläufig waren.

- © Tesla

Der US-Elektroautohersteller Tesla konkretisiert seine langfristigen Ausbaupläne für die Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide. Nördlich des bestehenden Werks soll eine weitere Produktionshalle entstehen, die mit einer Fläche von rund 536.000 Quadratmetern deutlich größer ausfallen würde als das bisherige Produktionsgebäude mit etwa 219.000 Quadratmetern. Das berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) unter Berufung auf Unternehmensinformationen. Mit der Erweiterung verfolgt Tesla das Ziel, seine jährliche Produktionskapazität langfristig auf bis zu eine Million Elektrofahrzeuge zu steigern.

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Tesla-Ausbau in Grünheide: Warum der Baustart 2027 noch offen ist

Die Erweiterung ist Teil einer langfristigen Entwicklungsstrategie. Bereits im März 2023 reichte Tesla beim brandenburgischen Landesamt für Umwelt einen Antrag ein, der eine schrittweise Vergrößerung des Standorts vorsieht. Am 15. Oktober 2024 erteilte die Behörde eine erste Teilgenehmigung und bestätigte damit grundsätzlich die Genehmigungsfähigkeit des Gesamtvorhabens.

Die nächsten Genehmigungsanträge sollen nach Informationen des rbb im Dezember 2026 eingereicht werden. Sofern die erforderlichen behördlichen Genehmigungen vorliegen, könnte der Bau der neuen Produktionshalle 2027 beginnen. Für den vollständigen Ausbau ist ein Zeitraum von etwa zehn Jahren vorgesehen. Welche Fahrzeugmodelle oder Komponenten künftig in der zusätzlichen Halle gefertigt werden sollen, ist bislang nicht bekannt.

In der Tesla Gigafactory Grünheide in Brandenburg werden Elektroautos für den europäischen Markt produziert. Trotz rückläufiger Produktionszahlen im Jahr 2025 plant Tesla einen massiven Ausbau des Werks mit einer neuen Produktionshalle und einer langfristigen Kapazität von bis zu einer Million Fahrzeugen jährlich.

- © Tesla

Tesla Gigafactory: Wie der Ausbau die Wasserversorgung in Grünheide verändert

Neben zusätzlichen Produktionsflächen plant Tesla umfangreiche Investitionen in die technische Infrastruktur. Dazu zählen ein eigenes Umspannwerk und die Erweiterung der betrieblichen Abwasseraufbereitung.

Besonders die Wasserversorgung spielt eine wichtige Rolle. Das Unternehmen möchte einen weiteren Wasserkreislauf einrichten, über den langfristig auch Sanitärabwasser aufbereitet werden soll. Obwohl durch zusätzliche Produktionsanlagen und Beschäftigte der gesamte Wasserbedarf steigen dürfte, soll nach Teslas Vorstellungen kein zusätzliches Sanitärabwasser an die kommunale Entsorgung abgegeben werden müssen.

Über diese Pläne informierte Tesla bereits Vertreter der Gemeinde sowie regionaler Versorgungsunternehmen. Ob die geplanten Maßnahmen sämtliche Anforderungen an die künftige Wasserwirtschaft erfüllen, wird im Rahmen der weiteren Verfahren zu beurteilen sein.

Tesla-Produktion in Grünheide: Neue Jobs und Batterien trotz sinkender Stückzahlen

Parallel zur Werkserweiterung treibt Tesla den Aufbau seiner Batteriezellfertigung voran. Im Mai 2026 kündigte das Unternehmen Investitionen von rund 250 Millionen US-Dollar an, um Produktionskapazitäten von jährlich 18 Gigawattstunden für Batteriezellen des Formats 4680 vorzubereiten. Dafür sollen mehr als 1.500 zusätzliche Beschäftigte eingestellt werden.

Auch die Fahrzeugproduktion soll kurzfristig wachsen. Im Juni 2026 kündigte Tesla an, die wöchentliche Fertigung ab Oktober auf 7.500 Fahrzeuge erhöhen zu wollen. Dafür wurden weitere 1.000 Arbeitsplätze in Aussicht gestellt.

Der Ausbau erfolgt allerdings vor dem Hintergrund einer zuletzt rückläufigen Jahresproduktion. Laut Geschäftsbericht fertigte das Werk 2025 rund 202.000 Elektroautos, etwa 9.000 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig erwirtschaftete die deutsche Tesla-Tochter einen Jahresüberschuss von 77,1 Millionen Euro.

Die Tesla Gigafactory in Grünheide bei Berlin steht vor einer umfassenden Erweiterung. Eine neue Produktionshalle mit rund 536.000 Quadratmetern soll die Kapazität des Elektroauto-Werks langfristig auf bis zu eine Million Fahrzeuge pro Jahr erhöhen. Der Baustart ist frühestens 2027 geplant.

- © Tobias Arhelger - stock.adobe.com

Tesla-Ausbau in Brandenburg: Warum die Gigafactory weiter umstritten ist

Seit der Eröffnung im März 2022 zählt das Werk zu den bedeutendsten Industriestandorten Brandenburgs. Gleichzeitig sorgen die Auswirkungen auf Umwelt, Wasserhaushalt und Waldflächen immer wieder für Konflikte.

Bei einer Bürgerbefragung im Februar 2024 hatte sich eine Mehrheit der teilnehmenden Einwohner gegen damalige Erweiterungspläne ausgesprochen. Das Ergebnis war rechtlich nicht bindend. Im Mai 2024 stimmte die Gemeindevertretung dennoch einem angepassten Bebauungsplan zu.

Mit der nun vorgesehenen zweiten Produktionshalle zeichnet sich die nächste große Entwicklungsphase des Standorts ab. Entscheidend wird sein, wie schnell Tesla die erforderlichen Genehmigungen erhält und ob sich die ambitionierten Produktionsziele wirtschaftlich umsetzen lassen.

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